Alte Mühle in Haunoldstein wird abgerissen. Geht es nach dem Ortschef, soll das Gebäude bereits Anfang September weg sein.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 23. Mai 2019 (14:16)
Birgit Kindler

„Der Abriss ist fix, die Exekution der alten Mühle ist genehmigt“, teilt VP-Bürgermeister Hubert Luger mit. Geht es nach dem Ortschef, soll das Gebäude schon Anfang September dem Erdboden gleichgemacht werden.

Wie berichtet, liefern sich die Gemeinde und der Besitzer der alten Mühle, Martin Mittermair, einen Streit, was mit dem Haus passieren soll. Während sie dem Ortschef ein gefährlicher Dorn im Auge ist, wollte sie Mittermair sogar der Gemeinde schenken. Dieses Angebot hatte man aber ausgeschlagen, „weil der Verfall zu weit fortgeschritten war“, wie Luger betonte.

Geht es nach dem Bürgermeister, soll das Gebäude bis zum Schulbeginn Anfang September weg sein. „Weil der Busfahrplan umgestellt wird, und die Durchfahrt bei der Mühle ja derzeit nicht möglich ist“, erklärt Luger.

„Der Bescheid zu dieser Ersatzvornahme ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Besitzer hat immer noch die Möglichkeit, Beschwerde dagegen einzulegen.“

Das Verfahren bei der Bezirkshauptmannschaft läuft noch. Einen genauen Zeitpunkt für den Abriss gibt es daher noch nicht. Bezirkshauptmann-Stellvertreter Christian Steger informiert, dass die Ersatzvornahme angeordnet wurde. „Der Bescheid zu dieser Ersatzvornahme ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Besitzer hat immer noch die Möglichkeit, Beschwerde dagegen einzulegen.“

Ist der Bescheid rechtskräftig, was demnächst der Fall sein wird, wird die Bezirkshauptmannschaft Kostenvoranschläge für den Abriss einholen. Bevor die Bezirkshauptmannschaft tätig wird, hat der Besitzer aber immer noch die Möglichkeit, das Gebäude selbst abreißen zu lassen.

„Alles, was alt ist, wird geschleift"

Besitzer Martin Mittermair wollte sich auf Anfrage nicht mehr „zum laufenden Verfahren“ über die alte Mühle äußern. Für ihn sei es aber grundsätzlich schade, was mit dem Ort passiert. „Alles, was alt ist, wird geschleift. Das Dorf ist ruiniert und auch der letzte Rest ist bedroht – und das ist nicht nur meine Meinung“, sagt Mittermair. Mitten im Ort sei ein Heizkraftwerk, um das man eine Siedlung baue. Auch der Hochwasserschutz verlaufe mitten durch die Gemeinde. „Die Veränderung des Ortsbildes ist katastrophal“, meint Mittermair.

Luger entgegnet: „Nicht alle alten Gebäude in der Gemeinde kommen weg. Aber die Mühle ist eine Ruine. Seit dem Brand 1962 wurde lediglich das Dach erneuert und sonst nichts gemacht.“