FPÖ-Urgestein der Region St. Pölten zieht sich zurück

Erich Königsberger kandidiert nicht mehr als FPÖ-Bezirksobmann und zieht Bilanz.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 04:33
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FPÖ-Politiker Erich Königsberger zieht sich schrittweise aus der Politik zurück.
Foto: Straubinger

Nach mehr als 20 Jahren an der FPÖ-Spitze im Bezirk St. Pölten wird Erich Königsberger nicht mehr antreten. Beim Parteitag am Freitag, 22. Oktober, wird sein Nachfolger gewählt.

Fix antreten wird laut FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger der St. Pöltner Gemeinderat Martin Antauer. Gegen ihn hatte sich Königsberger bei der letzten Wahl des Bezirksparteiobmanns noch durchgesetzt.

„Ich wünsche mir einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, die den Bezirk so erfolgreich weiterführt“, sagt Königsberger. Mit heute 1.114 Mitgliedern hat sich der Stand seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 fast verdoppelt. Die Bezirkspartei ist die mitgliederstärkste und mit 43 Gemeinderatsmandaten auch mandatsstärkste in NÖ.

Schon als Kind wollte Königsberger Landtagsabgeordneter werden. „Ich habe die Lausbubengeschichten geschaut. Onkel Filser hat ihm immer das Fell gerettet. So wollte ich auch sein“, erinnert sich Königsberger, der mit 44 Jahren in die Politik einstieg. Der Polizist hatte immer mit Menschen zu tun, also wollte er „etwas zum Guten verändern“. Als heimatbewusster Mensch, der Brauchtum und Kultur schätzt und für die Nachfahren erhalten will, sei für ihn nur die FPÖ infrage gekommen.

Turbulente Zeiten und ein Ausrutscher

Aber nicht alles war ungetrübt in zwei Jahrzehnten. „Nach Knittelfeld 2002 sind wir aus vielen Gemeinderäten geflogen. Auch nach Ibiza haben wir 20 Mandate verloren“, erinnert sich der Bezirksparteiobmann. Skandale in Bund und Land spielten eine Rolle. „Da können die Funktionäre in den Gemeinden noch so fleißig sein.“

Königsberger selbst hatte 2016 einen Ausrutscher. Alkoholisiert verwechselte er einen Radweg mit der S33 und musste seinen Führerschein und in Folge seine Funktion als Verkehrs- und Sicherheitssprecher der FPÖ abgeben. „Das ist sicher etwas, was ich am meisten bereue“, gesteht Königsberger. Auch in dieser Zeit sei seine Familie voll hinter ihm gestanden.

Dieser will er wieder mehr Zeit widmen und sich schrittweise aus der Politik zurückziehen. 2023 wird er für den Landtag nicht mehr kandidieren. Vizepräsident des Zivilschutzverbands und Vizelandesobmann des Seniorenrings wird Königsberger aber vorerst bleiben.