Ex-Pärchen rastete aus

Erstellt am 29. Dezember 2014 | 08:45
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Richter Gericht
Foto: NOEN, Erwin Wodicka
Mit einem Gehstock schlug 36-Jähriger auf Verflossene ein. Die Frau zückte ein Küchenmesser. Das Duo saß nun vor dem Richter.

„Es war ein gelungener Abend“, sagt ein 36-jähriger St. Pöltner. Alkohol konsumierte er in rauen Mengen, heuer im Sommer. Zuerst bei der Gourmetmeile, dann bei einer Lokaltour in Wien, bis schließlich ein Streit mit seiner Ex eskalierte. Im Prozess am Landesgericht St. Pölten sitzt das Duo nun vor dem Richter.

Dem 36-Jährigen fehlt es massiv an Erinnerung, seine ehemalige Freundin erzählt: „Er ist zu mir in St. Pölten in die Wohnung gekommen, wir haben uns dann gegenseitig beschimpft. Mit einem Gehstock hat er hergeschlagen, ich bin zusammengebrochen, war benommen. Ich habe Blut auf meiner Schläfe bemerkt.“ Zum Küchenmesser griff die 32-Jährige dann, stach auf ihren Verflossenen ein. „Zuerst wollte ich ihm nicht wehtun, dann wollte ich schon, dass er sieht, was es heißt, Schmerzen zu haben“, erklärt sie weiter.

Über der Angeklagten hängt das Damoklesschwert, drei Vorstrafen hat sie bereits zu Buche stehen. Richter Markus Pree lässt Milde walten und verurteilt die 32-Jährige zu 20 Monaten auf Bewährung. „Weil Sie sich um ein Kind kümmern müssen“, meint der Richter zur Angeklagten und warnt: „Alles, was Ihnen in Zukunft strafrechtlich bei Gericht widerfahren wird, werden unbedingte Strafen sein!“ 1.400 Euro Schmerzensgeld muss die St. Pöltnerin weiters berappen und sich einer Psychotherapie unterziehen.

Diversion bietet der Richter dem bislang unbescholtenen 36-Jährigen an. 1.300 Euro Geldbuße soll er bezahlen, dann kann das Verfahren gegen ihn eingestellt werden.