Falsche Versprechungen?

Erstellt am 16. Dezember 2013 | 23:59
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Voith-Standort St. Pölten
Foto: NOEN, Lohninger
Voith-Kündigungen / Hilfsarbeiter hätten mit Jobs bei der GW zu einvernehmlichen Kündigungen überredet werden sollen. Konzernsprecher dementiert: „Es gibt keine Garantien.“
Von Daniel Lohninger

Wenige Tage vor Weihnachten gehen die Gespräche über die Kündigungen bei Voith Paper in die heiße Phase. Alarm schlägt Arbeiterbetriebsrat Manfred Rychnovsky: Mehrere Arbeiter sollten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur einvernehmlichen Auflösung der Dienstverhältnisse gedrängt werden.

GW keine Zusagen für die Voith-Mitarbeiter

Drei soziale Härtefälle empören ihn besonders: Anton Heimberger, Wolfgang Kuchlbauer und Alois Weiß. Sie alle sind Hilfsarbeiter, zwischen 53 und 57 Jahre alt und laut Rychnovsky „unvermittelbar“ – Kuchlbauer verfüge zudem über einen Einstellungsschein. Rychnovsky: „Das heißt, dass er gegen seinen Willen gar nicht gekündigt werden kann. Wahrscheinlich wollte man ihn deshalb zu einer einvernehmlichen Lösung überreden.“ Grundlage dafür sei das Versprechen gewesen, dass die drei Mitarbeiter einen Job bei der GW erhalten. „Wenn das so wäre, dann wäre das ja vertretbar. Aber bei der GW weiß niemand was von den Jobzusagen“, ärgert sich Rychnovsky. Und tatsächlich zeigt die NÖN-Recherche: Bei der GW gibt es keine Zusagen für die Voith-Mitarbeiter. „Wir müssen auch wirtschaftlich denken und haben leider derzeit keinen Bedarf an zusätzlichen Hilfsarbeitern“, heißt es dort. Es habe obendrein nicht einmal Gespräche mit Voith gegeben.

Ersatzarbeitsplatz für Mitarbeiter gesucht

Rychnovskys rät jedenfalls den Voith-Arbeitern: „Auf keinen Fall unterschreiben, ohne vorher mit dem Betriebsrat zu reden.“ Insgesamt sollen 42 der derzeit 100 Arbeiter bei Voith-Paper gekündigt werden.

Voith-Sprecher Lars Rosumek betont, dass sich Voith bemühe, den Mitarbeitern einen Ersatzarbeitsplatz zu suchen: „Wir gehen davon aus, einen solchen Ersatzarbeitsplatz in St. Pölten fristgerecht zu finden.“ Garantieren könne man das aber nicht und habe auch keine Garantien abgegeben, sondern nur das „intensive Bemühen nach einer Lösung zugesagt“.