St. Pölten

Erstellt am 04. Dezember 2018, 04:30

von Thomas Werth

Viele falsche „Fuffziger“ in St. Pölten im Umlauf. Seit Anfang Oktober wurde im Schnitt an jedem zweiten Tag mit Blüten bezahlt. Mit dem Weihnachtsgeschäft steht die gefährlichste Zeit sogar erst bevor.

shutterstock.com/foto.grafs  |  shutterstock.com/foto.grafs

„Vorsicht bei der Geldannahme.“ Mit diesen Worten warnt die Polizei in St. Pölten mittlerweile auch auf Facebook vor Falschgeld. Denn die Serie reißt nicht ab: Vor allem gefälschte 20- und 50-Euro-Scheine wurden zuletzt erfolgreich als Zahlungsmittel eingesetzt. „Es sind die höchsten Banknoten, die beim Kassieren ohne besondere Kontrolle angenommen werden“, weiß Friedrich Hammerschmidt, Falschgeld-Experte bei der Nationalbank. Die Blüten fallen dann meist erst am Ende des Tages auf.

Hammerschmidt berichtet von bislang 67 angezeigten Fällen heuer in St. Pölten. Knapp die Hälfte davon wurde seit Oktober gemeldet. An jedem zweiten Tag wurde in den vergangenen zwei Monaten also mit Falschgeld bezahlt – mit einem finanziellen Schaden, der teilweise deutlich im dreistelligen Bereich liegt.

Zeitdruck im Advent erhöht die Gefahr

Für Hammerschmidt kann die aktuelle Häufung zwei Gründe haben: „Entweder gibt es eine neue Verteilergruppe in St. Pölten. Oder es hat jemand aus dem ,Darknet‘ Falschgeld bezogen und bringt dies nun unter die Leute.“ Hammerschmidt gibt auch zu bedenken, dass mit dem Advent die stärkste Falschgeld-Zeit gerade erst begonnen hat. „Jetzt ist der Zeitdruck bei Kassieren besonders groß. Und auf Christkindlmärkten wird generell weniger kontrolliert.“

Neben den laufenden Ermittlungen arbeitet die Polizei zurzeit auch mit der Wirtschaftskammer zusammen, um eine neue Warn-SMS zu entwickeln. „Wenn eine Tätergruppe unterwegs ist, sollen registrierte Nutzer künftig zuverlässig per SMS gewarnt werden. Das betrifft nicht nur Falschgeld-Meldungen, sondern etwa auch Einbrüche“, so Karl Ungersbäck von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer NÖ.