75 alte Gräber in Ratzersdorf entdeckt. Auf dem künftigen Betriebsgebiet sind derzeit Archäologen aktiv. Sie fanden neben vielen Skeletten auch seltenen Brunnen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 26. Mai 2019 (04:27)
Werth
Fritz Preinfalk, Stefan Khollar und Silvia Müller von Ardig zeigen Bürgermeister Matthias Stadler und Christoph Schwarz ein freigelegtes Doppelgrab. 

In rund drei Jahren sollen mehrere Firmen das Ratzersdorfer Betriebsgebiet um fünf Hektar Richtung Südosten erweitern. Bis es soweit ist, sind aber noch Archäologen vor Ort. Und die haben viel zu tun. Denn auf dem Areal wurde völlig überraschend ein spätrömisches Gräberfeld des 4. Jahrhunderts nach Christus gefunden. 75 Gräber wurden bereits entdeckt.

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Seit rund einem halben Jahr laufen die Untersuchungen. Das bis zu zehn Personen große Team der Firma Ardig untersuchte bislang 13.000 Quadratmeter und dokumentierte 719 Objekte. „Der Großteil der urgeschichtlichen Befunde gehört zu einer mehrere Jahrhunderte lang bewohnten Siedlung der späten Jungsteinzeit, die in das vierte Jahrtausend vor Christus datiert werden kann“, erklärt Grabungsleiter Fritz Preinfalk.

Zwar seien die meisten Funde in keinem guten Zustand, dennoch wurden bereits einige Highlights freigelegt. Neben Münzen und Keramikgefäßen waren dies seltene Gürtelspangen und Fibeln oder Armreifen und Glasperlen ehemaliger Halsketten. Besonders freut die Archäologen, dass sie die Überreste eines rund 7.000 Jahre alten Brunnens gefunden haben, dessen Holzeinfassungen sogar noch erkennbar sind.

Großes Interesse an Betriebsgebiet

Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Stadt mit der Verlegung der Infrastruktur beginnen. Im Anschluss daran können die Firmen zu bauen beginnen. „Es gibt bereits jetzt sehr großes Interesse an den Gründen. Sollten sie alle tatsächlich kaufen, wäre ein Großteil der Flächen bereits vergeben“, so der Leiter der Wirtschaftsservicestelle der Stadt Christoph Schwarz.