Geldstrafe für Kreditbetrüger. Ein 29-Jähriger stellte online Kreditanträge unter dem Namen eines anderen - ohne dessen Wissen. Der Schaden beträgt 20.000 Euro: Bewährungsstrafe und Geldstrafe.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 11. Mai 2021 (08:28)
Prozess am Landesgericht St. Pölten
NOEN, http://www.justiz.gv.at/

Insgesamt drei Mal hat ein 29-Jähriger aus dem Raum St. Pölten Online-Kreditanträge an eine Bank gestellt. Einmal 20.000 Euro, einmal 50.000 und einmal 25.000 Euro. Dabei soll er allerdings die Daten einer völlig anderen Person angegeben, dessen Dokumente hochgeladen und dessen Unterschrift gefälscht haben.

Bewilligt wurden ihm nur der erste Kredit in Summe von 20.000 Euro. Weil er danach durch einen Rückstand aber bereits ein sehr negatives Scoring hatte, wurden die anderen beiden Versuche abgelehnt. Erst als der echte Dokumentenbesitzer die Bank darauf aufmerksam machte, dass er nie einen Kredit aufgenommen hatte, flog der Schwindel auf.

„Es tut mir leid, dass ich nicht gleich die Wahrheit gesagt habe. Ich bereue es extrem“, sagt der 29-Jährige vor Gericht. Angeklagt ist er auch wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage, weil er die Schuld seinem Bruder in die Schuhe schieben wollte.

„Er hat sich aus Wut über den Bruder zu der Tat hinreißen lassen“, sagt der Verteidiger. „Er führt jetzt ein neues Leben.“

Der Mann hat keine Vorstrafen. Der Bank muss er die 20.000 Euro zurückzahlen. Außerdem erhält er eine Geldstrafe von rund 1.500 Euro sowie 12 Monate bedingte Haft mit dreijähriger Probezeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.