Zwei Haltestellen im Süden der Stadt gefordert

Erstellt am 30. März 2022 | 04:15
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Hunderte Mitarbeiter täglich werden schon bald zur Fortbildung zum ÖBB-Bildungscampus pendeln. Sie bekommen bei dem Bau südlich des Alpenbahnhofs eine eigene Haltestelle. Für Pendler soll dafür allerdings die Haltestelle der Traisentalbahn in Hart-Wörth verloren gehen.
Foto: ÖBB/Konrad Kaiser
Statt Schließung von Hart-Wörth will Stadt St. Pölten von ÖBB zwei Stationen mehr im Süden.

Wenn in wenigen Tagen der neue ÖBB-Bildungscampus in Betrieb geht, werden dort täglich bis zu 500 Mitarbeiter geschult. Dann gibt es dort auch eine eigene Haltestelle der Traisentalbahn, dafür wird die Haltestelle in Hart-Wörth aufgelöst. Das sorgte seit Bekanntwerden für Aufregung bei Pendlern und in der Politik, die mit Resolutionen versucht, die Haltestelle zu erhalten.

Enttäuscht wandte sich auch eine Schülerin aus St. Georgen an die Redaktion. Die 17-Jährige bestreitet ihren Schulweg täglich mit dem Zug. Bald wird das nicht mehr möglich sein. „Ich empfinde es als nicht gerechtfertigt, uns jungen Menschen, die in letzter Zeit genug Einschränkungen erleben mussten, eine solche unabhängige und unbeschwerte Fortbewegungsmöglichkeit zu nehmen“, appelliert sie in einem Brief an die ÖBB. Sie hofft noch auf eine Rücknahme der Entscheidung.

Es muss die Möglichkeit geben, auf die Schiene umzusteigen.“ Harald Ludwig Vizebürgermeister (SPÖ)

Dringliches Thema war der „Haltestellen-Kahlschlag“, wie es die SPÖ in ihrem Antrag nennt, erneut auch im Gemeinderat. „Seit vielen Jahren, fast schon Jahrzehnten, fordert die Sozialdemokratie ein S-Bahnsystem für den Zentralraum. Die Schließung von Haltestellen, wie etwa in Hart-Wörth, konterkariert dieses Vorhaben und steht den Bedürfnissen der Bevölkerung im Süden der Landeshauptstadt entgegen“, betonte Bürgermeister Matthias Stadler. In der neuen, einstimmig beschlossenen Resolution fordert der Gemeinderat nun die zuständige Ministerin auf, in den Entwürfen zum Ausbau der Traisentalbahn mindestens zwei Haltestellen zwischen Porschestraße und St. Georgen umzusetzen, eine davon im Stadtteil Spratzern. „Es muss die Möglichkeit geben, auf die Schiene umzusteigen“, sagt Vizebürgermeister Harald Ludwig (SPÖ).

Kritik wegen zu langer Untätigkeit der Stadt übte Grünen-Gemeinderat Walter Heimerl-Lesnik: „Die Stadt hat vier Jahre zugeschaut und patzt jetzt bei jeder Gelegenheit die grüne Ministerin an.“