Stadlers SPÖ verteidigt Absolute. St. Pölten hat gewählt. Die SPÖ kann die "Absolute" trotz Verlusten verteidigen, Gewinner der Wahl sind ÖVP, Grüne und NEOS.

Von Red. St. Pölten. Update am 24. Januar 2021 (21:19)

Die Gemeinderatswahl in St. Pölten ist geschlagen. 46.621 St. Pöltner waren bei der heutigen Gemeinderatswahl wahlberechtigt. Tatsächlich gewählt haben 55,96 Prozent, um 7,66 Prozent weniger als bei der Wahl 2016.

Die SPÖ hat ihre absolute Mehrheit trotz Verlusten verteidigt. Die Bürgermeister-Partei erreichte laut dem vorläufigen Ergebnis 56,04 Prozent und 25 der 42 Mandate. Das größte Plus verbuchten die Grünen, die so stark wie nie zuvor in der Landeshauptstadt sind. Auch ÖVP und NEOS verzeichneten Zugewinne. Pink zog erstmals ins Rathaus ein. Die FPÖ wurde nach Mandaten von sechs auf drei halbiert.

Die neue Mandatsverteilung im Gemeinderat: SPÖ 25 (26), ÖVP zehn (neun), FPÖ drei (sechs), Grüne drei (eins), NEOS eins (-). Im Stadtsenat stellt die SPÖ wie bisher acht Vertreter, die ÖVP ebenfalls unverändert drei. Die FPÖ muss einen ihrer bisher zwei Sitze an die Grünen abgeben.

Hier das Ergebnis und die ersten Reaktionen der Spitzenkandidaten:

SPÖ

14.455 Stimmen, das sind 56,04%. Veränderung gegenüber der Gemeinderatswahl 2016: -2,96%, 25 Mandate (-1)

„Aus meiner Sicht hinterlässt der Wahlkampf keine Spuren. Wir haben alle mit derselben Situation gekämpft. Wenn ich mir etwas wünschen darf, dann gibt es nächstes Mal wieder eine Situation, wo man auf Leute zugehen kann“, sagt Matthias Stadler. Er hielt fest, dass die SPÖ trotz Verlusten die "größte absolute Mehrheit einer Landeshauptstadt eingefahren" habe, die auch "deutlich abgesichert" sei. Das freue ihn. Dass die Wahlbeteiligung mit 55,96 Prozent deutlich unter jener von 2016 (63,62 Prozent) lag, schmerze hingegen und sei "auf die Corona-Situation zurückzuführen". Die Karten seien neu gemischt, der Gemeinderat werde bunter, der Stadtsenat ebenfalls.

ÖVP

5.863 Stimmen, das sind 22,73%. Veränderung gegenüber der Gemeinderatswahl 2016: +2,46%, 10 Mandate (+1)

„Unter den gegebenen Umständen haben wir ein solides Plus erreicht. Das freut mich natürlich sehr. Wir werden auch weiterhin als stärkste Oppositionspartei der SPÖ auf die Finger schauen“, kommentiert ÖVP-Spitzenkandidat Matthias Adl das vorläufige Wahlergebnis. 

FPÖ

2.298 Stimmen, das sind 8,91%. Veränderung gegenüber der Gemeinderatswahl 2016: -5,79%, 3 Mandate (-3)

„Das Vertrauen wurde einfach durch die Ibiza-Affäre verloren. Es wird Jahre dauern, das wieder aufzubauen“, kommentiert Klaus Otzelberger das Ergebnis. „Wir haben durch unseren Wahlkampf das Schlimmste abgefangen.“ 

Die Grünen St. Pölten 

2.067 Stimmen, das sind 8,01%. Veränderung gegenüber der Gemeinderatswahl 2016: +5,27%, 3 Mandate (+2)

 „Ich habe nicht damit gerechnet. Wir haben gehofft, dass wir als Team in den GR einziehen. Aber das Ergebnis ist grandios. Wir sind für die Themen glaubwürdig und anscheinend haben wir uns als Personen auch das Vertrauen erarbeitet“, erklärt Grünen-Spitzenkandidatin Christina Engel-Unterberger.

NEOS

824 Stimmen, das sind 3,19%. Veränderung gegenüber der Gemeinderatswahl 2016: +1,62%, 1 Mandat (+1)

„Ich bin total happy. Wir haben uns unter schwierigen Rahmenbedingungen immerhin verdoppelt. Ich denke, dass ich durch meine Art mehr bewegen kann als dieses eine Mandat“, freut sich NEOS-Spitzenkandidat Niko Formanek.

KPÖ plus

288 Stimmen, das sind 1,12%.

„KPÖ plus hat mit ihrem Wahlantritt ein ermutigendes Lebenszeichen gesetzt. Eine explizit soziale Stimme fehlt im neuen Gemeinderat leider, es wird umso wichtiger sein, das ,draußen' lautstark zu formulieren. Wir werden gestärkt durch den Zuspruch und die neuen Aktivistinnen und Aktivisten an den Themen und Forderungen, die wir im Wahlantritt formuliert haben, dran bleiben", so das erste Statement der KPÖ plus.

Stadträte: SPÖ: 8, ÖVP: 3, FPÖ: 1 (-1), Grüne: 1 (+1)

Alle weiteren Infos zum Urnengang in der Landeshauptstadt findet ihr auch in unserem Wahl-Ressort.

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