St. Pölten: Kamele und Akrobaten eingeschneit

Warmherzigkeit der St. Pöltner hilft den Tieren vom Zirkus Alex Kaiser durch die Kälte. Bis zu den nächsten Auftritten sind sie auf Spenden angewiesen.

Erstellt am 30. November 2021 | 09:45
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Der Zirkus Kaiser steckt durch den Lockdown seit längerer Zeit am Gelände der ehemaligen Kopal-Kaserne fest. Ohne Einnahmen wird das Geld für Futter und Betriebskosten rasch knapp. Die 40 Tiere und 15 Akrobaten, die sonst mit ihren Tricks für ordentlich aufgeheizter Stimmung in der Manege sorgen, müssen nun der Kälte trotzen und sind auf Spenden und Hilfe der Stadtbewohner angewiesen.

Zirkusdirektor Alex Kaiser sah sich gezwungen einen Spendenaufruf über Facebook zu starten. Daraufhin kam prompte Unterstützung von dutzenden Privatpersonen, einigen Firmen und der Stadt.

Edeltraud Höfler fuhr am Gelände vorbei und sah die Kamele ganz eingeschneit vor dem Zelt in der Kälte stehen.
„Ich habe sofort gewusst, dass ich den Tieren helfen muss. Daraufhin entschloss ich mich, vier Ballen Heu zu spenden und bat Matthias Kern vom Gestüt Harthof, diese mit dem Traktor zum Gelände zu bringen. Begeistert von meinem Plan, verdoppelte er sogar die Spende“, erklärt Tierfreundin Edeltraud Höfler.

Auch die Stadtgärtnerei brachte Nachschub an frischem Stroh. Das Tierheim spendete Kraftfutter und der Wirtschaftshof half mit zusätzlichen Müllcontainern und bei der Beheizung der Wagen.

Stadtbewohner in Krise besonders hilfsbereit

„Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft der St. Pöltner und möchte jedem, der uns in irgend einer Form geholfen hat, danken. Bis wir wieder auftreten können, sind wir weiter auf Spenden angewiesen“, sagt Direktor Alex Kaiser, der den Zirkus in 9. Generation leitet.

Trotzdem reichen die bisherigen Spenden nur zur Überbrückung der nächsten zwei Wochen, da die Lagermöglichkeiten von Lebensmitteln in den Zirkus-Wagen sehr klein sind.

„Wer helfen will, kann uns im Zelt oder in den Boxen in den Supermärkten der Stadt eine Spende hinterlassen. Wir können dann genau das kaufen, was wir und die Tiere dringend benötigen“, erklärt  Zirkusdirektor Alex Kaiser, der der Zukunft durch den Lockdown und den raschen Wintereinbruch mit Sorge entgegenblickt.

Bis die Manege wieder voll ist und der Zirkus weiterziehen kann, trainieren die Akrobaten mit den Tieren im Zelt und sind wohl noch länger von der Hilfsbereitschaft der St. Pöltner abhängig.