Häftling entfloh: „Zellentür defekt“

Erstellt am 24. September 2012 | 00:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Web-Artikel 16265
Foto: NOEN
Panne / Gefährlicher Serienräuber entkam aus Verwahrungsraum des Landeskriminalamtes.

Web-Artikel 16265
Foto: NOEN

Von Alex Erber

ST. PÖLTEN / Am Anfang stand ein Fahndungserfolg, am Ende eine Haft-Pleite: Aus dem Gebäude des Landeskriminalamtes entkam ein Serienräuber. Schuld daran soll eine defekte Zellentür gewesen sein.

Fünf bewaffnete Überfälle auf Wettbüros und Tankstellen in Wien beziehungsweise Gänserndorf und Strasshof werden Ibrahim A. (25) und vier Komplizen zur Last gelegt. Dabei waren die Täter mit Pistolen und einer Machete bewaffnet. Sie gingen äußerst brutal vor und schlugen teilweise auf die Überfallsopfer ein und zwangen diese, die Tresore beziehungsweise Kassen zu öffnen. Angestellte und Kunden wurden in Klosetts oder Kühlräumen eingesperrt, wo sie erst von den Einsatzkräften befreit werden konnten.

Mit dem erbeuteten Bargeld aus den Raubüberfällen und Einbrüchen finanzierten sie ihren Lebensunterhalt sowie den Ankauf von Drogen.

Vier der mutmaßlichen Täter wurden geschnappt, lediglich der Österreicher Alpaslan E. (25) war und ist noch flüchtig.

Derzeit befindet sich ein weiterer Räuber auf der Flucht. Denn noch ehe Ibrahim A. in die Justizanstalt überstellt werden konnte, hatte er das Weite gesucht. Die Zellentür im Verwahrungsraum des Landeskriminalamtes stand offen, über ein nahe gelegenes Fenster gelangte der 25-Jährige ins Freie.

Hatte es zunächst geheißen, dies sei durch die Unachtsamkeit eines Beamten passiert, der darauf vergessen hätte, die Türe einfach zuzusperren, so wurde später verlautbart, dass die Türe defekt gewesen sei.

Mittlerweile sei der technische Defekt behoben. Auch die Schlösser der anderen Arrestzellen wurden kontrolliert, ob sie funktionstüchtig sind.

Franz Polzer, Chef des Landeskriminalamtes: „Ich bin zuversichtlich, dass der Mann wieder dingfest gemacht wird.“

Sachdienliche Hinweise: Landeskriminalamt Niederösterreich, 059133-30-3333.