Brodnig: „Gibt nicht eine Wunderwaffe“. Journalistin Ingrid Brodnig referierte und erklärte, warum gerade das Internet Schauplatz für hitzige Diskussionen ist.

Von Corina Berger. Erstellt am 24. Januar 2020 (17:39)
Autorin Ingrid Brodnig informierte an der Fachhochschule zu Hass im Netz. Ihren Erzählungen lauschten auch Sparkasse-Vorstandsdirektor Helge Haslinger, FH-Geschäftsführer Gernot Kohl, FH-Studiengangsleiter Helmut Kammerzelt und Bürgermeister Matthias Stadler (v. l.).
FH St. Pölten/Lukas Peh

Warum ist gerade die digitale Kommunikation so gereizt? Welche Rolle spielen große Plattformen? Wie kann man als einzelner oder Unternehmen auf Hass im Netz reagieren? Antworten auf diese Fragen gab die Journalistin und Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig bei ihrem Vortrag in der Fachhochschule St. Pölten.

Anhand aktueller Fälle, wie jenem von Justizministerin Alma Zadić, erklärte sie die grundlegenden drei Faktoren für Hasskommentare: die Anonymität der Nutzer, die Unsichtbarkeit der Reaktionen des Gegenübers und das Fehlen von Autorität und Kontrolle. Das lässt einzelne Postings schnell zu Wutwellen oder auch ganzen Lawinen werden lassen. Dass daran aber nicht einfach „das Internet“ schuld ist, stellt Ingrid Brodnig auch klar. „Kein Mensch schreibt rassistische Sachen nur, weil es Facebook gibt. Es steckt in den Menschen.“

Eindämmen könne man solche Vorfälle am besten, indem man Haltung zeigt, Betroffenen den Rücken stärkt, aufklärt oder in passenden Situationen auch mit Humor kontert.
Eine Wunderwaffe für alle Fälle gäbe es nämlich nicht, aber „jeder kann online ein bisschen zum Moderator werden“. Wird die rote Linie überschritten, hilft nur noch juristische Verteidigung, rät die Journalistin. Hier hofft sie allerdings auf einen besseren Opferschutz und mehr Ressourcen für die Justiz. Organisiert wurde der Vortrag vom Förderverein der Fachhochschule St. Pölten.