Heinzl: „Ich habe richtig Sau gehabt“. Neun Tage lag SP-Abgeordneter Anton Heinzl auf der Intensivstation. Der NÖN gab er jetzt ein Interview.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 29. Dezember 2013 (19:50)
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Anton Heinzl wenige Stunden nach der Verlegung von der Intensivstation auf die Chirurgie - im Bild mit SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Harald Ludwig und Gattin Monika Heinzl.
Von Daniel Lohninger

Die Weihnachtstage auf der Intensivstation verbrachte SP-Abgeordneter Anton Heinzl. Der rote SP-Kleinbus rammte auf der A 1 bei Innermanzing einen bulgarischen Lkw – Heinzl erlitt multiple Rippenbrüche, einen sechsfachen Bruch des linken Armes sowie eine schwere Gehirnerschütterung. Nach der Verlegung auf die Station stellte sich Heinzl dem NÖN-Gespräch.

NÖN: Sie waren neun Tage auf der Intensivstation. Wie geht es Ihnen jetzt?
Anton Heinzl: Ich habe immer noch große Schmerzen, vor allem beim Atmen. Aber ich bin Optimist und sehe das Glas immer halb voll. So gesehen bin ich trotz aller Schmerzen glücklich, dass ich noch lebe – ich habe richtig Sau gehabt, auch die beiden anderen Insassen.
NOEN, Daniel Lohninger
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Wie haben Sie den Unfall erlebt?
Ich hatte am Vortag eine 18-stündige Nationalratssitzung und dann gleich in der Früh mehrere Termine. Deshalb hab’ ich einen Freund gefragt, ob er fahren kann. Ich habe dann im Fond geschlafen und weiß nur noch, dass ich plötzlich enorme Schmerzen hatte und mich der bulgarische Lkw-Lenker aus dem Wrack befreit hat. Mein erster Gedanke: Hoffentlich geht sich der nächste Termin noch aus. Dann dürfte ich zusammengebrochen sein – ich erinnere ich mich erst wieder an das Notarztteam.

Wie waren die Tage auf der Intensivstation für Sie?
Ich hatte tagelang höllische Schmerzen – trotz der Schmerzmittel. Das größte Problem war die Atmung, die durch die vielen Rippenbrüche extrem eingeschränkt war. Jetzt geht es aber schon etwas besser. Einen großen Anteil daran hatten die Teams der Intensivstation und der Unfallchirurgie. Es ist großartig, was diese Menschen hier unter größtem Druck und Stress Tag für Tag leisten – und das auf höchstem menschlichen und medizinischen Niveau.
NOEN, Foto: Daniel Lohninger
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Wie geht‘s weiter? Haben Sie Pläne für Ihr Polit-Comeback?
Heinzl: Jetzt geht es darum, wieder gesund zu werden. Dabei hilft mir die breite Unterstützung. So habe ich mich sehr gefreut, dass mir nicht nur Bundeskanzler Werner Faymann bereits Stunden nach meinem Unfall sehr persönliche Genesungswünsche zukommen ließ, sondern auch Landeshauptmann Erwin Pröll und viele Weggefährten aus Stadt, Land und Bund. Das zeigt mir, dass das Menschliche bei allen politischen Unterschieden doch im Vordergrund steht – und das gibt neben der Unterstützung durch die Familie viel Kraft. Mein optimistisches Ziel ist es, bei der nächsten Plenarsitzung am 29. Jänner im Parlament dabei zu sein. Wenn nicht, dann würde ich in 16 Jahren zum ersten Mal fehlen. Aber mit guter Entschuldigung.