Sechs Jubiläen bei Emmaus in St. Pölten. In mehr als 35 Jahren entwickelten sich mehrere Hilfseinrichtungen. Gefeiert wird beim Herbstfest.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 20. September 2019 (14:58)
Emmaus/Matthias Böswart
Nach 30 Jahren Geschichte hat sich einigesverändert im Wohnheim Viehofen.

Notschlafstellen, Wohnheime, Werkstätten, Betreuungseinrichtungen und Beratungsstellen – das Angebot der Emmaus-Gemeinschaft hat sich seit der Gründung 1982 immer weiter entwickelt. Heute werden dort Männer, Frauen und Jugendliche von 155 Mitarbeitern in mehreren Einrichtungen betreut und für die Zukunft entsteht am Hauptstandort in Viehofen bis Ende August 2020 das neue Synergiezentrum. Jetzt feiern aber sechs Einrichtungen je ein Jubiläum.

„Unsere Jubiläen geben uns die Möglichkeit, die großartige Arbeit unserer Einrichtungen mit unseren Klientinnen und Klienten vor den Vorhang zu holen. Eine Arbeit, die ohne unsere Fördergeber und die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich wäre“, freut Geschäftsführer Karl Langer schon auf das Fest am nächsten Donnerstag. Seit den Anfängen wurden etwa 7.200 Personen betreut, einige davon mehrmals. Der Bedarf ist kontinuierlich gestiegen und mit ihm die Zahl der Einrichtungen.

35 Jahre Sozialökonomische Betriebe (SÖB): Am Anfang stand 1984 die Gründung der Tischlerei in der Herzogenburger Straße. Diese wurde später an den Standort in Viehofen verlegt. Dort können arbeitssuchend gemeldete Personen für den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt trainieren.

30 Jahre Wohnheim Viehofen: In Viehofen kaufte die Emmaus Betriebshalle und Lagerräume am ehemaligen Krefft-Areal. Nach der Generalsanierung konnten 1989 die ersten Gäste ins Wohnheim einziehen. Psychisch erkrankte Männer aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten finden dort Hilfe. Heute betreuen 23 Mitarbeiter rund um die Uhr 40 Gäste. Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe, um den Gästen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Emmaus
1989 zogen die ersten Gäste in das Wohnheim Viehofen, das damals noch so aussah.

30 Jahre Haus Kalvarienberg: Im gleichen Jahr eröffnete die Notschlafstelle am Kalvarienberg. Seit damals fanden 2.350 wohnungslose Männer Aufnahme. Im Jahresschnitt werden täglich 17 Männer betreut. Mittlerweile gibt es auch ein Tageszentrum, in dem rund 30 Personen betreut werden. Sie bekommen Mahlzeiten, können duschen oder die Wäsche waschen lassen und finden Gesprächspartner.

Emmaus/ Böswart
Am Kalvarienberg finden wohnungslose Männer einen Schlafplatz.

20 Jahre CityFarm: Im März 1999 startete der Betrieb der CityFarm im ehemaligen „Traisengarten“ des Priesterseminars. Der arbeitstherapeutische Emmaus-Tagesstättenbetrieb für Menschen mit psychischen Erkrankungen wurde immer weiter ausgebaut. Heute nutzen 30 Männer und Frauen das Angebot. Im Schnitt bleiben sie 26 Monate. Die Ziele reichen von der Stabilisierung der Gesundheit über die Schaffung beruflicher Perspektiven bis zur Vermittlung an einen Arbeitsplatz.

Emmaus/Hans Kogler
Bei der CityFarm in Wagramfindet das Herbstfest statt.

15 Jahre Frauenwohngruppe: Wohnungslose Frauen finden seit 2004 in der Wohngruppe der Emmaus einen Schlafplatz. Erst gab es sechs Notschlafplätze in einer Dachgeschoßwohnung. Die Nachfrage war so groß, dass ein Jahr später der Umzug in die Stephan-Buger-Gasse 13 erfolgte. Seit Beginn gab es 1995 Aufnahmen. Neben Notschlafplätzen und dem Wohnheim befindet sich auch hier eine Tagesbetreuung.

Emmaus/Hans Kogler
Wohnungslose Frauen werden in der Stephan-Buger-Gasse betreut.

15 Jahre Jugendnotschlafstelle, heute COMePASS : Seit 2004 kamen 1.056 junge Gäste in die Notschlafstelle, wo sie bei ihrer Suche nach einem geeigneten Platz in der Gesellschaft unterstützt und gefördert werden. Die Einrichtung am Mühlweg bietet Platz für zwölf Burschen und Mädchen.

Mit einem großen Herbstfest feiert die Emmausgemeinschaft St. Pölten die Jubiläen der Einrichtungen am Donnerstag, 26. September, von 10 bis 15 Uhr bei der CityFarm in Wagram.