Kostenloses HIV-Testangebot in St. Pölten

Erstellt am 24. November 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
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„Aids Hilfe Wien“-Geschäftsführerin Andrea Brunner, Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Bürgermeister Matthias Stadler.
Foto: Schrefl
Im Saal der Begegnung in St. Pölten kann man sich am 30. November kostenlos auf HIV testen lassen.

„Je früher man die Infektion mit HIV feststellt, desto früher kann man auch mit der Behandlung beginnen“, betont Andrea Brunner von der „Aids Hilfe Wien“, die auch Niederösterreich und das Burgenland betreut.

Eine HIV-Infektion sei heute, wenn auch nicht heilbar, sehr gut behandelbar. Das Land NÖ, die Stadt St. Pölten und die „Aids Hilfe Wien“ bieten am Mittwoch, 30. November, im Zeitraum von 10 bis 14 Uhr im Saal der Begegnung, Gewerkschaftsplatz 2, kostenlose und anonyme Testungen an.

Heuer bot die Aids Hilfe Wien bereits im Rahmen der St. Pölten Pride HIV-Testungen an. Wie Bürgermeister Matthias Stadler betont, will St. Pölten auch in dieser Hinsicht eine Vorreiterin sein und die Zentrumsfunktion erfüllen.

Testangebot geht über HIV Hinaus

Angeboten werden kostenfreie und anonyme HIV-Antigen-Antikörpertests (diagnostisches Fenster: sechs Wochen), kostenfreie und anonyme HIV-Schnelltests (diagnostisches Fenster: zwölf Wochen), kostenfreie Hepatitis-B und C-Tests, kostenpflichtige und anonyme Syphilis- (12 Euro) sowie Chlamydien- und Gonorrhoe-Selbstabstriche (32 Euro).

Testtag ist ein „erster Schritt“

Die Testung in St. Pölten ist als einmalige Veranstaltung geplant. Jedoch kündigt Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig an, dass das Angebot in NÖ ausgebaut wird: Nächstes Jahr soll in allen fünf Gesundheitsregionen des Bundeslandes jeweils ein Testtag stattfinden. Dies sei ein erster Schritt. Königsberger-Ludwig betont, dass ein flächendeckendes Angebot in Niederösterreich das Ziel ist.

Demonstrieren für mehr Gleichbehandlung

Ebenfalls am 30. November, ab 17 Uhr, veranstaltet der Verein St. Pride, Organisator der St. Pölten Pride im Sommer, eine Demo mit dem Titel „Gleich Behandlung durch Gleichbehandlung“ vor dem Landtag. Das Datum wurde in Hinsicht auf den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember gewählt.

Die Forderungen beschränken sich nicht auf ein flächendeckendes Testungs- und Präventionsangebot - konkret einfacherer Zugang zu PEP und PREP zur HIV-Prävention in Niederösterreich und flächendeckendes Angebot zur kostenfreien Testung sexuell übertragbarer Krankheiten.

Wie Vereinsobmensch Oskar Beneder betont, fordert der Verein auch mehr Einsatz seitens des Landes NÖ gegen Konversionstherapien. Außerdem fordert der Verein einfacheren Zugang zu leistbarer psychologischer und psychiatrischer Betreuung für Jugendliche und Erwachsene, die einer Minderheit hinsichtlich der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentifikation angehören.

Umfassende psychologische Betreuung fordert St. Pride auch für Transgender-Personen während und nach einem geschlechtsanpassendem Eingriff. Letztlich wird ein Verbot von geschlechtsfestlegenden medizinischen Behandlungen intersexueller Menschen vor Vollendung des 14. Lebensjahres gefordert.

„Die Demo ist eigentlich schon lange überfällig, den eigentlich sollten diese Themen schon längst im Gesundheitssystem fest verankert sein“, so Oskar Beneder. „Es ist erschreckend, dass Menschen immer noch aufgrund einer HIV-Infektion diskriminiert werden, es ist ebenso erschreckend, dass immer noch Konversationstherapien durchgeführt werden. Deswegen werden wir am 30. November vor dem Landtag demonstrieren.“