Erste Details zum St. Pöltner Domplatz. 2020 wird die Projektierung abgeschlossen.

Von Martin Gruber-Dorninger und APA, Redaktion. Erstellt am 21. November 2019 (09:40)
Der St. Pöltner Domplatz aus der Vogelperspektive
Stadtmuseum St. Pölten

2021 wird die Erneuerung der Einbauten erfolgen und mit der Pflasterung abschnittsweise begonnen. Ende 2022 soll die Neugestaltung abgeschlossen sein. Die dafür verwendeten Materialien gleichen denen des Herrenplatzes.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Archäologen und Anthropologen seien "sensationell" und in vielen Bereichen müssten die "Geschichtsbücher neu geschrieben werden", erklärte Bürgermeister Mattias Stadler (SPÖ). Zudem sei dem anfänglichen Unmut über die Grabungen ein breites Interesse der Bevölkerung gewichen und mittlerweile interessierten sich neben Wissenschaftlern auch die Besucher der Stadt für den Ort.

Unter anderem wurde aus der späten Römerzeit (4. Jahrhundert) ein mehrteiliger Gebäudekomplex, bestehend aus einem Badehaus, einem großen Repräsentationssaal sowie einem Verwaltungs- und Wohngebäudetrakt, entdeckt, der dem Sitz des zivilen Statthalters zugesprochen werden könne. Weiters wurde von den Forschern eine der ältesten Kirchen Niederösterreichs dokumentiert. Für das 9. Jahrhundert gelang der Nachweis der zivilen Siedlung Treisma. Im Spätmittelalter gab es dann insgesamt vier große Kirchen im Bereich des Areals, damit war der heutige Domplatz schon damals ein religiöses Zentrum.

22.134 freigelegte Bestattungen

Mit insgesamt 22.134 freigelegten Bestattungen aus dem 9. bis ins 18. Jahrhundert nach Christus habe die Stadt das "weltweit umfangreichste, ortsgebundene Bioarchiv menschlicher Skelette", resümierte Stadtarchäologe Ronald Risy die Grabungsgeschichte der letzten zehn Jahre. Ende 2022 soll die Neugestaltung der Fläche dann abgeschlossen sein. Weiters soll nach der Ernennung zur niederösterreichischen Landeskulturhauptstadt 2024 weitergeforscht werden. Auf Anfrage teilte die Stadt mit, dass die neu gewonnen Erkenntnisse dann bei einer Ausstellung im Stadtmuseum präsentiert werden.