Musik in Bar nicht gespielt, da zuckte Frau aus. Der Begleiter der Tobenden sitzt nun auf der Anklagebank: Er hat den Kellner genötigt, ein Beweisfoto vom Mobiltelefon zu löschen.

Von Chiara Holzer. Erstellt am 22. Juli 2019 (22:07)
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Zwei Bekannte verschlug es am späten Abend in eine Bar in der Innenstadt. Obwohl das Lokal für guten Wein bekannt ist, griff der nun Angeklagte zu Bier und Wodka-Red-Bull in ziemlich großen Mengen. ,,Wir waren bereits vorher leicht alkoholisiert“, gesteht der Mann nun im Prozess am Landesgericht, den es wegen der folgenden Exzesse gibt.

Zwischen der weiblichen Begleitung des 46-Jährigen und einem ihr bekannten Kellner kam es zuerst immer wieder zu kleinen Stänkereien. Trotz mehrmaliger Ermahnung des damaligen Praktikanten beleidigte die Frau ihn immer wieder lautstark. Denn der 34-Jährige kam ihrem Musikwunsch nicht nach. Zu allem Überdruss zeigte man sich im Lokal galant und erfüllte den Musikwunsch eines jungen Liebespärchens. Daraufhin rastete die Frau aus. Der Kellner versuchte, sie zu beruhigen, doch sie fühlte sich noch mehr provoziert.

„Lass‘ mich in Ruhe“, rief die Frau laut Zeugenaussage des gebürtigen Albaners. Als sicht- und hörbaren Protest ergriff die Dame Weingläser hinter der Schank und warf diese zu Boden. Angesichts der Scherben reichte es dem Kellner endgültig. Er wollte die Tobende anzeigen, nahm sein Mobiltelefon aus der Tasche und schoss ein Foto von der Frau und ihrer Begleitung, als Beweis für die Polizei.

,,Lösch das Foto, sonst bring’ ich dich um“

Nach dem Schnappschuss griff nun erstmalig der 46-Jährige ein. Der Mann kam hinter die Bar, packte den Kellner am Arm und an der Gurgel und drückte ihn an die Wand. ,,Lösch das Foto, sonst bring’ ich dich um“, soll der Angeklagte gedroht haben. Dem Opfer kamen in höchster Not zwei Gäste zur Hilfe. Sie befreiten den Kellner aus seiner misslichen Lage und schmissen die beiden Alkoholisierten aus dem Lokal.

Beim Prozess bleibt von den Vorwürfen der Anklage letztendlich nicht viel übrig. Die gefährliche Drohung war nicht erwiesen, zu ihr hatte sich der 46-Jährige auch nicht schuldig bekannt. Verurteilt wird er nur wegen Nötigung, da der Täter den Angestellten am Hals gepackt, jedoch nicht zugedrückt hat. Was auch das Opfer bestätigt.

,,Billig wird das Ganze aber nicht, da sie nicht schlecht verdienen“, äußert sich der Richter und belässt es bei einer Geldstrafe: 2.400 Euro inklusive Gerichtskosten. Der Angeklagte willigt ein und obendrein gab es noch einen Handschlag und eine persönliche Entschuldigung gegenüber dem Opfer.

Die Staatsanwältin gibt keine Erklärung ab, somit ist das Urteil vorerst nicht rechtskräftig.