20 Jahre Unterstützung in Emmaus-Tagesstätten in St. Pölten

Psychisch beeinträchtigte Menschen finden seit 2001 Hilfe und Betreuung in den Tagesstätten der Emmausgemeinschaft St. Pölten. Die CityFarm in Wagram war die erste Einrichtung dieser Art.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 14:18

Wo früher das Priesterseminar der Diözese ihr Sommerquartier aufschlug, ist seit 1988 ist die CityFarm der Emmaus. Mit dem Betrieb der CityFarm als Tagesstätte für psychisch beeinträchtigte Menschen 2001 legte die Emmaus den Grundstein für weitere Tagesstätten, wie Projekt&Design in Viehofen und die Kochwerkstatt.

Thomas (35) leidet seit vielen Jahren unter Depressionen. Er lebt im Wohnheim Viehofen und arbeitet in der Emmaus CityFarm. „Durch seine Arbeit konnte er Selbstvertrauen und Stabilität aufbauen. Er lernte den Pendelweg zur Arbeit zu bewältigen, auch an Tagen an denen das Aufstehen schwerfiel“, berichtet Einrichtungsleiterin Gabriele Kellner. Im wirtschaftsnahen Umfeld der Gärtnerei hier trainierte er sein Durchhaltevermögen und absolvierte erste Praktika. Nach einem Jahr bekam er einen Transitarbeitsplatz. „Das nächste Ziel ist der Wechsel in einen Job am ersten Arbeitsmarkt2, weiß Kellner.

Das ist nur eines vieler positiver Beispiele. 176 Klienten betreute die Emmaus bis 2020 in der CityFarm. 28 Prozent davon schafften den Wiedereinstieg in den Beruf, 43 Prozent davon sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt. „Die Emmausgemeinschaft St. Pölten ist ein Rettungsanker in turbulenten Zeiten“, betont Geschäftsführer Karl Langer. Etwa die Hälfte der Gäste in den Tagesstätten habe Doppel- und Mehrfachdiagnosen, was die hohen Anforderungen an das Betreuungspersonal verdeutliche. „Es ist umso beeindruckender, dass die stationären Aufenthalte unserer Gäste um ein Drittel reduziert werden konnten“, zeigt Langer auf.

Dass ein Arbeitsplatz nicht nur wichtig, sondern auch sinngebend ist und Struktur in den Tag bringt, betonte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: „Dem Land Niederösterreich sind solche Einrichtungen ein besonders großes Anliegen, denn die Tagesstätten unterstützen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Lebensbereich Arbeit und beim Aufbau sozialer Kompetenzen.“

Die Emmausgemeinschaft St. Pölten in Zahlen:

  • 97 Wohnheimplätze für volljährige Frauen und Männer
  • 34 Notschlafplätze für Frauen, Männer und Jugendliche
  • 93 Tagesbetreuungsplätze für externe Gäste
  • 28 Transitarbeitsplätze
  • 155 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in multiprofessionellen Teams
  • 30 Zivildiener pro Jahr
  • 100 Freiwillige
  • 320 täglich betreute Gäste