Lackenberger-Filmprojekt: Zeitzeugen erzählten in St. Pölten

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:31
Lesezeit: 2 Min
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Filmemacherin Anita Lackenberger (2. v. r.) hielt das Gespräch mit Hans Morgenstern (l.) und Karel Ellinger (r.) im Bürgermeisterzimmer von Matthias Stadler auf Film fest.
Foto: Josef Vorlaufer
Mit Hans Morgenstern und Karel Ellinger trafen zwei Personen aufeinander, die vom jüdischen Leben unterm Hakenkreuz und danach erzählen konnten.

1.000 Jüdinnen und Juden lebten 1938 noch in St. Pölten. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind nur mehr 20 zurückgekehrt. Die jüdische Geschichte der Stadt beleuchtet Filmemacherin Anita Lackenberger in einem neuen Projekt.

Sie macht sich auf die Spurensuche und erzählt unter anderem die Geschichten der Rückkehrer. Einer von ihnen ist der St. Pöltner Ehrenzeichenträger Hans Morgenstern, der Zeit seines Lebens selbst gegen das Vergessen kämpfte.

Er traf sich jetzt im Bürgermeisterzimmer mit Karel Ellinger aus Brünn für ein Zeitzeugengespräch. Ellinger überlebte die Gräuel der Konzentrationslager. Die beiden Zeitzeugen erzählten Schülerinnen und Schülern der HAK, des Poly sowie des Mary-Ward-Gymnasiums ihre Geschichten und die der vielen Jüdinnen und Juden, die bereits verstummt sind.

Denn es gibt immer weniger Menschen, die aus ihrer eigenen Erfahrung berichten können. Deswegen tragen Filmprojekte wie von Anita Lackenberger einen so wesentlichen Teil gegen das Vergessen bei. Originalbildmaterial, kleine Spielszenen, Animationen und Interviews erwecken das jüdische St. Pölten wieder zum Leben.