Hängematte oder Arbeit in der schulfreien Zeit?. Jugendliche nutzen Sommer nicht nur zum Entspannen. Manche wagen sich auch erstmals in die Berufswelt vor.

Von Sofie Kalteis und Chiara Holzer. Erstellt am 16. Juli 2019 (03:15)
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Während die einen Schüler – etwa in der Hängematte – die Ferien genießen und sich vom Schulstress erholen, machen andere den ersten Schritt in die Berufswelt.

Ferienzeit heißt für viele Schüler: Sommer, Sonne, Badespaß. Nach zehn Monaten büffeln stehen Juli und August ganz im Zeichen der Entspannung. Das gilt aber nicht für alle. Zahlreiche St. Pöltner Jugendliche nutzen die Ferienmonate auch, um in das Berufsleben zu schnuppern. Egal ob Praktikum oder Ferialjob, nützliche Erfahrungen für die Zukunft lassen sich in vielen Bereichen sammeln – und Geld gibt es obendrein.

An die Arbeit geht es im Sommer vor allem für die Schüler von fachspezifischen Bildungseinrichtungen. Dort ist das Praktikum oft auch Teil ihrer Ausbildung. „Ich absolviere derzeit ein dreimonatiges Praktikum in der Gastronomie. Das gehört zu meiner Ausbildung als Restaurantfachfrau“, berichtet die 17-jährige SZE-Schülerin Julia. Viele Tourismusschüler haben die Möglichkeit, ihr Praktikum im Ausland zu absolvieren, so etwa Martina Palwein, Schülerin der HLW Türnitz. ,,Wir müssen ein Pflichtpraktikum machen.“

Praktikum im Ausland mit Sprachbonus

„Da meine zweite Fremdsprache Spanisch ist, haben eine Freundin und ich beschlossen, dass Barcelona eine gute Möglichkeit wäre, um uns sprachlich zu verbessern und eine andere Kultur kennenzulernen.“ Die Hauptstadt Kataloniens soll ihnen nicht nur sprachliche Fortschritte verschaffen, sie biete mit der Lage am Meer auch Urlaubsfeeling.

„In Barcelona wohnen wir in einer eigenen Unterkunft und tauchen so für einige Monate in das Leben der erwachsenen Arbeiter in Spanien ein. So lernen wir auch selbstständiger zu werden“, erzählt Palwein.

Mitschüler hätten in den vergangenen Jahren ihr Praktikum vermehrt in Frankreich und Irland absolviert. „Einige absolvierten ihr Praktikum sogar auf der spanischen Insel Teneriffa,“ erzählt sie weiter. Diese Praktika im Ausland bieten den Schülern die Chance, ein komplett anderes Arbeitsumfeld und andere Arbeitsbedingungen als in Österreich kennenzulernen.

Schüler, die auf keine fachspezifische Schule gehen, haben die Möglichkeit, für ein Monat oder länger in einem Betrieb oder Unternehmen zu arbeiten, um neue Erfahrungen zu sammeln und Geld zu verdienen. Eine beliebte Adresse dafür ist nicht nur die NÖN, sondern auch das Universitätsklinikum St. Pölten. „Das ist meine erste Möglichkeit, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und gleichzeitig auch das erste Mal etwas Geld zu verdienen“, erzählt Olivia begeistert, die das BORG in St. Pölten besucht. Sie arbeitet im Krankenhaus als Reinigungskraft. „Meine Aufgabe ist es, die Betten der Stationen zu putzen“ berichtet sie.

„Außerdem ist es eine schöne Erfahrung, sein erstes eigenes Geld zu verdienen und somit das Taschengeld ein wenig aufzubessern“

Vielen Jugendlichen macht es Spaß, für wenige Wochen einen Job zu entdecken, den sie vielleicht auch nach der Schule weiterführen möchten. Und falls es doch nichts für sie ist, können sie den nächsten Sommer nutzen, um wieder etwas Neues auszuprobieren. Auch für Jugendliche, die sich noch nicht entschieden haben, ob sie die Schule weitermachen oder in einen Lehrberuf wechseln wollen, ist es eine gute Chance das Berufsleben kennenzulernen. „Außerdem ist es eine schöne Erfahrung, sein erstes eigenes Geld zu verdienen und somit das Taschengeld ein wenig aufzubessern“, sind sich die Praktikantinnen einig.

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