Kritik an Regierung: Rumel zieht sich aus Gemeindepolitik zurück

ÖVP-Gemeinderat Hannes Rumel übt harte Kritik an der Landes- und Bundespolitik der ÖVP.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 04:37
Lesezeit: 2 Min
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Hannes Rumel verlässt den Gemeinderat und die ÖVP.
Foto: privat

Hannes Rumel verlässt nach knapp zwei Jahren den Gemeinderat in Kasten und legt nach mehr als 30 Jahren auch die Mitgliedschaft bei ÖVP und ÖAAB zurück. Die Vorgehensweise der Partei mache es ihm nicht mehr möglich, im Gemeinderat als Teil der ÖVP zu arbeiten.

Skandale, Maßnahmen und Spaltung stören Rumel

„Ich weiß, dass die Arbeit für die Gemeinde nicht immer abhängig von der Partei zu sehen ist. Ich habe gerne für das Team gearbeitet und die Linie der ÖVP immer als die meinige angesehen. In den letzten Monaten konnte ich jedoch keinen Konsens mehr feststellen“, begründet Rumel seinen Schritt.

Kritik übt Rumel an der Art der Aufdeckung von Skandalen, an den Corona-Maßnahmen und an der Hilflosigkeit gegenüber der zunehmenden Spaltung der Bevölkerung. „Da werden Parteitage mit über 100 Personen abgehalten, aber im Gegenzug der Lockdown und soziale Einschränkungen gepredigt. Für mich ist die Volkspartei weit von ihren Grundwerten für das Volk entfernt“, macht Rumel seinem Ärger Luft.

Mehr Ehrlichkeit und Sachlichkeit in der Politik

Rumel war als Gemeinderat im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport und etwa an der Umsetzung des Badeplatzes beim Sportplatz beteiligt. Nach wie vor wichtig ist ihm die Anbindung einer Mountainbike-Strecke von Kasten über den Hegerberg bis zur Strecke in der Klammhöhe.

„Wir wollten eine Fair-Play-Strecke errichten, die alle Benutzer gleichrangig unter gegenseitiger Rücksichtnahme nutzen können. Damit wird das Wild nicht gestört und die Grundstückseigentümer aus der Haft genommen und finanziell entschädigt“, so Rumel.

Eine Rückkehr in die Politik verknüpft Rumel mit mehr Ehrlichkeit und Sachlichkeit in den politischen Führungspositionen, um damit den Menschen wieder mehr Vertrauen in die Politik zu geben. „Man kann etwa im Gesundheitssystem nicht jahrelang einsparen und dann die Schuld einem Teil der Bevölkerung geben, der nicht brav die Richtlinien mittragen will.“

"Bedauerlich. Hannes Rumel ist ein verdienter Funktionär!"

 

Bei der Bezirks-ÖVP bedauert man die Entscheidung des Kastener Gemeinderates. "Hannes Rumel ist ein verdienter Funktionier und sehr engagiert", betont Obmann Friedrich Ofenauer. Er bezeichnet den Vorfall als "Kollateralschaden" durch die Kampagnisierung gegen die Regierung: "Eigentlich sollten wir gegen die Pandemie kämpfen und nicht gegen die Regierung kämpfen." In diesem Sinne hofft Ofenauer, dass sich die Situation bald wieder normalisiert und hebt auch hervor: "Da der Austritt ja nur der Situation geschuldet ist, muss es ja kein Austritt für immer sein."