St. Pölten

Update am 16. Oktober 2018, 05:29

von Redaktion noen.at

Stadt St. Pölten kauft ehemalige Rotkreuz-Bezirksstelle. Die Stadt St. Pölten wird die Liegenschaft in der Ludwig-Stöhr-Straße 7, die frühere Rotkreuz-Bezirksstelle, von der Premium Projektentwicklungs GmbH erwerben.

Der Abriss der ehemaligen Rotkreuz- Bezirksstelle wird durch den Kauf durch die Stadt St. Pölten verhindert und es entstehen ein neuer Kindergarten und ein neues Quartier für die Volkshochschule. Bürgermeister Mag. Matthias Stadler legt dem Gemeinderat einen Antrag zum Kauf der Liegenschaft Ludwig-Stöhr-Straße in der Oktober-Sitzung vor.  |  Josef Vorlaufer

Hier soll ein neuer Innenstadt-Kindergarten entstehen und die Volkshochschule ein neues Zuhause finden. Durch den Kauf wird auch der bereits genehmigte Abriss dieses erhaltenswerten Gebäudes verhindert. Der nötige Beschluss im Gemeinderat soll in der Oktober-Sitzung gefasst werden.

„Das Gebäude ist für uns von besonderer strategischer Bedeutung. Wir wollen hier ein neues Quartier für die Volkshochschule schaffen und zudem einen zwei- bis dreigruppigen Kindergarten errichten“, freut sich Bürgermeister Matthias Stadler über die Einigung.

"Stück Identität St. Pöltens wäre verloren gegangen"

„Darüber hinaus wird mit dem Kauf der Liegenschaft der bereits bewilligte Abbruch des Gebäudes, das in der St. Pöltner Kunsttopographie als erhaltenswert aufgelistet ist, verhindert. Es handelt sich nämlich um einen von Baumeister Richard Frauenfeld um 1898 errichteten repräsentativen Villenbau in Form des Neomanierismus mit einer Hauptfassade zur Promenade. Mit dem Abriss dieses Hauses wäre ein wesentlicher Teil des charakteristischen Häuserensembles in Bereich der Promenade und des Schießstattrings sowie ein Stück Identität St. Pöltens verloren gegangen“, sagt das Stadtoberhaupt.

Neues Zuhause für die Volkshochschule

Im Altbau der Liegenschaft befinden im Erdgeschoß und im Obergeschoß Vortragssäle und im Kellergeschoß Archivräumlichkeiten. Die Räumlichkeiten sind für Schulungszwecke bestens geeignet. In diesem Objektteil soll daher die Volkshochschule eingerichtet werden.

„Die Volkshochschule rückt damit ins Stadtzentrum und ist damit optimal an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Zudem sorgt diese wichtige Institution für mehr Frequenz in der Innenstadt bzw. profitiert die Volkshochschule sicher von diesem neuen, optimalen Standort“, zählt Stadler die Vorteile für diese Bildungseinrichtung auf.
Derzeit ist die Volkshochschule in der Kolpingstraße eingemietet. Durch den Kauf des Gebäudes in der Ludwig-Stöhr-Straße fallen die Mietkosten künftig weg.

Kindergarten für die Innenstadt

Im südseitigen Neubau wird in den ehemaligen Garagen im Erdgeschoß und im ersten Stock ein zwei- bis dreigruppiger Kindergarten untergebracht werden.

„In der Innenstadt entsteht sehr viel Wohnraum und dadurch besteht auch der Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen. Grundstücke und Immobilien in dieser Qualität im Zentrum sind rar und kaum zu erwerben. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit, hier einen neuen Kindergarten für die City zu errichten. Die Lage ist ideal“, erläutert Stadler.

Zum Zweck des Aus- bzw. Umbaues dieses Hauses in einen Kindergarten wird die Immobilien St. Pölten GesmbH & CoKG einen notwendigen Grundstücksanteil übertragen. So wird den Kindern auch ein Garten zur Verfügung stehen.

Kaufpreis 2,3 Mio. Euro

Mit den derzeitigen Eigentümern wurde ein Kaufpreis von 2,3 Mio. Euro vereinbart.

Viermal ein Plus

Die derzeitigen Eigentümer wollten das Gebäude abreißen und ein Wohnhaus errichten. Die Bewilligung für den Abbruch wurde noch vor dem Beschluss zur Errichtung einer Schutzzone erwirkt.

„Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz ist aber in der St. Pöltner Kunsttopographie enthalten und damit auf jeden Fall erhaltenswert. Somit können wir mit dem Kauf des Hauses gleich vier Vorteile lukrieren: Den Abbruch verhindern, einen optimalen Standort für die Volkshochschule und einen neuen Kindergarten präsentieren und zusätzlich erhalten wir in der Ludwig-Stöhr-Straße einige dringend benötigte Stellplätze für Magistrats-Dienstfahrzeuge“, fasst der Bürgermeister zusammen.

Entscheidung im Gemeinderat

Ein Kaufantrag liegt bereits vor und schon in der Sitzung des Gemeinderates am 22. Oktober 2018 soll der Kauf beschlossen werden. Mit den erforderlichen Baumaßnahmen soll die Immobilien St. Pölten GesmbH & Co KG beauftragt werden. Die Finanzierung des Erwerbs ist durch Kreditaufnahme vorgesehen.