„Können den Schnee ja nicht auflösen“

Erstellt am 28. Jänner 2013 | 00:00
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Ärger / Viele St. Pöltner sind mit der Arbeit des Winterdienstes unzufrieden. Dieser kontert: „Bürger zeigen zu wenig Verständnis.“
Von Thomas Werth

ST. PÖLTEN / Auch über eine Woche nach dem starken Schneefall belastet die weiße Pracht die St. Pöltner. Denn noch immer sorgt der Schnee für Probleme bei manchen Autofahrern, Fußgänger müssen wegen schlecht geräumter Gehsteige weiterhin einige Umwege in Kauf nehmen. Ins Zentrum der Kritik rückt für viele der städtische Winterdienst. Von verschneiten Bushaltestellen, die vor allem für Gehbehinderte oder Mütter mit Kinderwagen kaum erreichbar seien, bis hin zu Straßen, die nur zur Hälfte geräumt wurden und zu Problemen bei Gegenverkehr führten - die Beschwerden sind vielfältig.

Erwin Sulzer, Leiter der Straßenverwaltung, kontert: „Wir sind mit unserer kompletten Winterdienstmannschaft, das sind bis zu 120 Mann, seit dem starken Schneefall im Dauereinsatz.“ Über 8.000 Einsatzstunden wurden auf 550 Kilometern Straße, 200 Kilometern Radwegen und in etlichen Parks und Friedhöfen geleistet. „In Siedlungsgebieten wie Wagram, Stattersdorf und Waitzendorf werden wir zudem von Fremdfrächtern mit 13 Großtraktoren und zwei Lkw unterstützt“, so Sulzer. Zudem betreue man über 400 Bushaltestellen, die man mit einem Lader vom Schnee befreie „Das ist aber auch nicht überall gleichzeitig möglich“, so Sulzer.

Der Leiter der Straßenverwaltung leugnet zwar nicht, dass es aufgrund der starken Schneefälle zu Verkehrsbehinderungen kam, zeigt sich aber über die Kritik verärgert: „Die Bürger zeigen immer weniger Verständnis für den Schnee. Wir können den Schnee auch nicht auflösen und verschwinden lassen, das betrifft auch insbesondere die Parkflächen.“

Schmale Siedlungsstraßen wie links und rechts der Josefstraße aber auch die Hötzendorfstraße bei der Hesserkaserne stellen die Mitarbeiter vor große Herausforderungen. Sulzer: „Diese Straßen sind immer wieder ein Paradebeispiel für Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer, die ein Durchkommen des Winterdienstes fast unmöglich machen, weil parkende Autos die Fahrbahn stark verschmälern.“ Selbst Parkverbotsschilder mit dem Zusatz „Gültig nur bei Schneelage“ wurden von vielen Lenkern auf der Suche nach Abstellplätzen ignoriert - teils mit Strafzetteln als Konsequenz.

Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten aber auch Firmen, die kaum oder nur unzureichend räumen. „Es gibt Firmen, die verkaufen Schneeräumgeräte, wissen aber anscheinend nicht, wie man sie benutzt“, beschwerte sich ein Anrufer bei der NÖN. Sulzer wird häufig auch dafür die Schuld gegeben, daher betont er: „Gehsteige entlang von Liegenschaften, egal ob bebaut oder unbebaut, sind von den jeweiligen Eigentümern zu räumen, ausgenommen davon sind nur Gehsteige entlang von unbebauten landwirtschaftlich genutzten Flächen.“