St. Pölten

Erstellt am 10. August 2018, 12:55

von Mario Kern

Fachgespräche über die Sterblichkeit. Die Gesellschaft für Mittelalterarchäologie bringt im September erstmals Kongress in die Landeshauptstadt.

Freuen sich auf die internationale Fachtagung im September: Stadtarchäologe Ronald Risy, Bürgermeister Matthias Stadler und Thomas Kühtreiber von der Österreichischen Gesellschaft für Mittel-alterarchäologie.  |  Mario Kern

Ihre Fachtagung hält die Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie (ÖGM) in diesem Jahr nicht an einem Universitätsstandort wie Wien, Graz, Salzburg oder Innsbruck ab, sondern erstmals in St. Pölten. „Als Hotspot der Archäologie in Österreich und Europa ist die Landeshauptstadt bestens geeignet“, begründet Vorsitzender-Stellvertreter Thomas Kühtreiber den Entschluss, den internationalen Kongress „Leben mit dem Tod“ in die Traisenstadt zu bringen.

St. Pölten sei dank des archäologischen Services für Bauträger und Wirtschaft eine regelrechte Modellstadt. „Natürlich spielt auch der Domplatz eine entscheidende Rolle. Die Stadt ist mit einer der größten innerstädtischen Friedhofsgrabungen von der archäologischen Bedeutung her sogar noch eine Stufe über London und Berlin zu stellen.“

„Als Hotspot der Archäologie in Österreich und Europa ist die Landeshauptstadt bestens geeignet“

Mit 25 Fachvorträgen rückt die ÖGM von 11. bis 15. September in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum den Themenkomplex „Sterblichkeit in Mittelalter und Neuzeit“ in den Fokus – für gut 100 Experten, aber auch interessierte Zuhörer. Dabei ist für den Domplatz ein „Ehrenplatz“ reserviert. „Alleine die 18.500 Individuen geben viel Aufschluss über Bestattungsunterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen sowie auch zwischen Armen und Reichen“, zeigt sich Kühtreiber begeistert. Bei der Tagung werden die Ergebnisse der Grabungen seit 2010 internationalen Experten vorgestellt.

„9 Jahre ‚Knochenarbeit‘ am Domplatz“

„Dass unsere wichtige Arbeit nicht nur in St. Pölten publik wird, sondern auch international Beachtung findet, ist für die Stadt von großer Bedeutung“, sieht Stadtarchäologe Ronald Risy eine große Chance, St. Pölten als einen der wichtigsten Archäologie-Brennpunkte in Europa zu etablieren. Risys Sonderausstellung „Verstorben, begraben und vergessen?“ wird ab 12. September im Stadtmuseum gezeigt. Am selben Tag gibt es den kostenlosen Festvortrag „9 Jahre ‚Knochenarbeit‘ am Domplatz“.

Während des Fachkongresses wirbt die Stadt zudem mit ihren Service-Leistungen „bis zur Bahre“, kündigt Bürgermeister Matthias Stadler an. Am 14. September findet der Tag der offenen Tür bei der Bestattung und am Hauptfriedhof statt. Stadler betont: „Der Tod gehört einfach zum Leben dazu.“