Parkende Autos am Radstreifen: Ärgernis in St. Pölten. Bodenmarkierung hilft in der Kremser Landstraße nur selten. Polizei kündigt stärkere Kontrollen an und hofft auf Ladezone.

Von Nadja Straubinger und Thomas Werth. Erstellt am 05. November 2019 (14:00)

Parkende Autos auf dem Gehweg und auf dem Radstreifen sorgen im Bereich der Kremser Landstraße immer wieder für Ärger bei Fußgängern und Radfahrern. Die markierte Spur zwischen Propst-Führer-Straße und Maximilianstraße sei nur selten befahrbar.

„Mit dem Rad muss man immer ausweichen“, ärgert sich eine eine St. Pöltnerin. Es komme immer wieder zu gefährlichen Situationen, etwa wenn Autofahrer beim Aussteigen aus ihrem Auto nicht aufpassen. Sie fordert eine bessere Beschilderung für den Radweg und Hinweistafeln für den nahe gelegenen Parkplatz.

Der Leiter des Fachbereiches Behörden im Magistrat Martin Gutkas sieht darin wenig Sinn, denn Bodenmarkierungen sind bereits angebracht. „Autolenker, die sich über Bodenmarkierungen hinwegsetzen, lassen sich in den seltensten Fällen von Verkehrszeichen beeindrucken. Die einzige Antwort ist, derartige Fahrzeuge anzuzeigen“, glaubt Gutkas.

Der Betroffene merke sich in der Regel den finanziellen Schaden und sehr oft werde darüber gesprochen, sodass auch viele andere Autolenker von der Begehung gleichartiger Vergehen abgehalten werden.

„Wir werden mit dem Magistrat das Gespräch suchen. Vielleicht kann man ja noch eine Ladezone einrichten.“Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler

Strafbehörde ist die Polizei. Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler kündigt an, verstärkt darauf zu achten, ob Autos am Radweg stehen. „Meistens geht es da ja um kurze Erledigungen. Wir werden mit dem Magistrat das Gespräch suchen. Vielleicht kann man ja noch eine Ladezone einrichten“, so Bäuchler. Aus der täglichen Erfahrung weiß er aber auch, dass viele Lenker die Bedeutung der Radfahrstreifen überhaupt nicht kennen. „So viele gibt es ja noch nicht davon“, meint Bäuchler. 

Etwas besser werden könnte die Situation Ende dieser Woche, wenn die Baustelle in der Propst-Führer-Straße abgeschlossen ist und damit ein paar zusätzliche Parkplätze wieder zur Verfügung stehen. In der Straße südlich des Krankenhauses wurden die Gehsteige mit Betonsteinen gepflastert, die Fahrbahn neu asphaltiert und eine Allee angelegt.

Die Umgestaltung erfolgte laut Stadtsprecher Heinz Steinbrecher entsprechend den Erfordernissen des Universitätsklinikums, das selbst in diesem Bereich einige Verbesserungen plant (siehe Bericht auf Seite 8). Dabei sei auch berücksichtigt worden, dass die Spitals-Logistik sowie die Rettungstransporte seit Eröffnung des Haus C vor allem über die Matthias-Corvinus-Straße im Norden des Krankenhauses abgewickelt werden. „Die Propst-Führer-Straße wird daher nun eine geringere Verkehrsbedeutung haben. Dies wurde bei der Straßengestaltung und der Auswahl hochwertiger Baumaterialien berücksichtigt“, so Steinbrecher.