St. Pölten

Erstellt am 13. Juni 2018, 14:36

von Mario Kern

Forum verdichtet die Ideen . Zweites Zusammentreffen schärfte die Themen, die Rückgrat der Kulturstrategie sind.

Ekaterina Winter, Rudolf Scheuvens, Thomas Karl, Thomas Pulle, Michael Duscher, Carolin Riedelsberger, Lena  |  NOEN, Weiderbauer, Hannes Raffaseder, Albrecht Großberger, Jakob Redl, Andi Fränzl, Jens Imorde, Daniela Allmeier und Martin Grüneis moderierten die sechs Gesprächsgruppen in der Voith-Halle 88.

Die acht Handlungsfelder für die städtische Kulturstrategie 2030 kürzte das Bewerbungsbüro auf übersichtlichere sechs zusammen. Auf diesen basiert der städtische Kulturplan, der im Lauf der nächsten Monate zusammengestellt wird. Sie sind damit ein Grundgerüst für die Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas 2024.

Beim zweiten Kulturforum vertieften das Bewerbungsbüro, der Verein Raumposition und die Plattform KulturhauptStart gemeinsam mit Experten und Bürgern in der Halle 88 am Voith-Areal diese Handlungsfelder. Die Ideen und Anregungen sollen nun über den Sommer in die Strategie einfließen – eine erste Präsentation ist beim dritten Kulturforum am 26. September geplant. Durch die Umsetzung der Maßnahmen in den Feldern könnte St. Pölten ein Vorzeigemodell einer lebenswerten Mittelstadt in und für Europa werden, zeigte sich Rudolf Scheuvens von der Agentur Raumposition zuversichtlich.

Die Inhalte der Handlungsfelder im Überblick:

„Die Innenstadt und ihre Dörfer“

 Im Gegensatz zwischen der urbanen Qualität des Stadtkerns und des dörflichen Charakters der Stadtteile wird eine große Chance für die Lebensqualität gesehen. Die Qualitäten der „Dörfer“ und die Landschaft sollen bewahrt werden.

„Die Kulturhauptstadt-Region entwickeln“

St. Pölten soll das unumstrittene Zentrum der Bewerbung stehen – ohne Kulturhauptstadt-Region gehe es aber nicht, waren sich die Forum-Teilnehmer einig. Rund um die Landeshauptstadt müsse ein regionales Netzwerk aufgebaut werden, das die kulturellen Stärken umliegender Städte und Gemeinden miteinbezieht.

„Kunst und Kultur als Motor einer Stadt im Wandel“

Um St. Pölten als Stadt für Kultur und Bildung zu etablieren, brauche es experimentelle Zugänge, war der Tenor vieler Diskutanten in der Voith-Halle. In Wissen und Bildung sollte ebenso investiert werden wie in die Bespielung diverser Leerstände.

„Kunst und Kultur für alle“

Das gemessen an vergleichbaren Städten überdurchschnittlich große Kulturangebot müsse für alle zugänglich sein – auch für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund. Das soll mit gezielter Kulturvermittlung, aber auch eigenen Programmen und Standorten gelingen. „Die Bevölkerung sollte nicht nur bespaßt werden, sondern mitmachen können und ermächtigt werden“, betonte Scheuvens.

„Nachbarschaft und Zusammenleben stärken"

Die Vielfalt der Kulturen soll sichtbar gemacht, das Ehrenamt gestärkt und die Kooperation mit Vereinen und Initiativen gefördert werden. Leer stehende Lokale sollen als Orte der Begegnung genutzt werden können.

„Vom Ort des Transits zum Ort des Aufenthalts“

Um St. Pölten attraktiver zu machen, wird eine Umsetzung des von der Arbeitsgruppe Baukultur geforderten Gestaltungsbeirats angestrebt. Öffentliche Räume zum Verweilen sollen geschaffen, Parks und der Klangturm kulturell bespielt werden. In die Entwicklung des Glanzstoff-Areals setzen Experten man große Hoffnungen.

Die Plattform KulturhauptStart lädt am Mittwoch, 13. Juni, ab 19 Uhr zum „Dankesfest“ in ihr neues Büro im Löwenhof.