St. Pölten

Erstellt am 06. Dezember 2018, 04:49

von Mario Kern

St. Pölten füllt Budget für 2024. Gemeinderat beschließt Anteil für Programm und Betrieb sowie Geld für nötige Infrastruktur.

Straubinger-Gansberger

Insgesamt 60 Millionen Euro Programm- und Betriebsbudget sind für ein mögliches Kulturhauptstadt-Projekt veranschlagt. Ihren Anteil von rund 17,8 Millionen Euro beschloss die Landeshauptstadt nun als erstes. Land und Bund sollen es ihr gleich tun. Die übrigen 6,5 Millionen Euro sollen mit Erlösen aus Ticketpreisen, Merchandise und Sponsoring lukriert werden. Außerdem rechnen die Kulturhauptstadt-Macher mit 1,5 Millionen Euro von größeren Städten in der Region und weiteren 1,5 Millionen durch den von der EU-Kommission vergebenen Melina-Mercouri-Preis.

Mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und den betrauten Abteilungen des Landes ist die Drittel-Finanzierung bereits abgestimmt, auch wenn es noch keinen Landtagsbeschluss gibt. Fix rechnet man in Experten-Kreisen auch mit den 17,8 Millionen vom Bund – eine Zusage wird es aber erst geben, wenn die Shortlist der EU-Jury feststeht.

„Wir brauchen noch visuelle Bezugspunkte mit künstlerischem Background. So etwas wie den Schatten vom Grazer Uhrturm.“ Albrecht Großberger

Für ihren Anteil bildet die Stadt Rücklagen aus den Überschüssen der Rechnungsabschlüsse, erläutert der städtische Finanzdirektor Thomas Wolfsberger. „Die sind natürlich unterschiedlich hoch. Im vorigen Jahr waren Rücklagen von 2,3 Millionen Euro möglich.“ Die 17,8 Millionen werden nicht für die Vorbereitung und die Aktivitäten im Kulturhauptstadt-Jahr gebraucht, sondern auch für ein von der EU vorgegebenes Nachbearbeitungsjahr 2025. „Die Europäische Union will, dass es nach dem Projekt-Jahr nicht abrupt zu Ende ist, sondern etwas Budget für eine ‚Abklingphase‘ übrig bleibt“, erklärt Albrecht Großberger, der kaufmännische Geschäftsführer des Bewerbungsbüros.

Signalbauten sollen Kulturhäuser ergänzen

Beschlossen wurde auch der Stadt-Beitrag von 8,25 Millionen zu den 21 Millionen Euro für die kulturelle Infrastruktur. Dieses Geld spart die Stadt nicht an, sondern sie wird bei Bedarf ein Darlehen aufnehmen. Vorgesehen sind für die 21 Millionen Euro die Errichtung eines kulturellen Kompetenzzentrums für Kinder sowie die Attraktivierung und Sanierung der Lames-Gebäude, des Stadtmuseums, der Synagoge, des Klangturms und des Festspielhauses (die NÖN berichtete). Diese erste Welle an infrastrukturellen Maßnahmen werde sicher nicht die einzige bleiben, betont Großberger. „Megaprojekte werden nachher aber nicht mehr dabei sein.“ Ideen der Arbeitsgruppe für den Öffentlichen Raum könnten als zusätzliche Elemente noch umgesetzt werden. „Jedes weitere Projekt wird man genau unter die Lupe nehmen.“

„Signalbauten“, also Gebäude mit auffälliger Architektur, sollen aus dem Programmbudget finanziert werden. „Wir brauchen sicher noch einige visuelle Bezugspunkte mit künstlerischem Background. So etwas wie den Schatten vom Grazer Uhrturm.“