Ladendiebe zu Freiheitsstrafen verurteilt. Mit einer präparierten Tasche gingen zwei Männer und eine Frau in der St. Pöltner Innenstadt "einkaufen" ohne dabei zu bezahlen. Alle drei sind vor Gericht geständig.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 13. Januar 2021 (19:56)
"Landesgericht St. Pölten"
NÖN

Parfums, Rasierer und Kleidung im Wert von insgesamt 2.000 Euro haben drei tschechische Staatsbürger Mitte Oktober in sieben Geschäften in der St. Pöltner Innenstadt gestohlen. Sie waren dafür extra nach Österreich eingereist. Die drei Angeklagten gingen dabei sehr organisiert vor, stellt der Richter fest. Nicht nur, dass sie eine Tasche und eine Geschenkbox mit Alufolie präpariert hatten, die verhinderte, dass der Alarm beim Verlassen der Geschäfte aktiviert wurde, sie hatten außerdem ein Schließfach am Bahnhof vorbereitet, um das Diebesgut dort unterzubringen. Der Richter sieht einen klaren Fall von Gewerbsmäßigkeit im Kontext einer kriminellen Vereinigung. Die beiden 26-jährigen Männer und die 30-jährige Frau, die alle Taten am selben Tag verübten, sind umfassend geständig.

Der Richter verurteilt den Erstangeklagten zu 18 Monaten Haft, davon werden ihm 12 Monate bedingt nachgesehen. Die Zweitangeklagte hat keine Vorstrafen, deshalb bekommt sie eine gänzlich bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten und kann damit nach Hause gehen. Der Drittangeklagte erhält 12 Monate Haft, davon neun Monate bedingt. Alle drei haben eine Probezeit von drei Jahren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Alle drei entschuldigen sich für ihre Taten. Nach der Haft wollen die Angeklagten nach Tschechien zurück, um dort wieder zu arbeiten.