Mit dem Radl in der St. Pöltner Innenstadt . Tour zeigt Tücken und Probleme für Radfahrer auf den Straßen und Wegen der Landeshauptstadt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 22. Oktober 2019 (04:17)
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In der Wiener Straße kann es manchmal für Radfahrer schon eng werden.

„Es ist schon manchmal eine Plage, sich mit dem Fahrrad auf St. Pöltens Straßen zu bewegen“, seufzt Walter Haimerl von der Radlobby. In manchen Verkehrssituationen werde einfach auf die Radfahrer vergessen. Die NÖN schwang sich mit ihm auf den Drahtesel und startete eine Tour zur Erkundung der Verkehrssituation in der Innenstadt.

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Dieses Verkehrsschild am Neugebäudeplatz sorgt bei Walter Haimerl für Verwunderung.

Einbahnstraße: Am Beispiel Wiener Straße zeigt sich, dass es manchmal ganz schön eng werden kann. Die Fahrbahn ist für Radfahrer auch gegen die Einbahn zu befahren. Kommt jedoch ein Auto entgegen, steigt schon einmal der Puls beim Radfahrer. Die meisten Autofahrer bremsen sich dennoch rücksichtsvoll ein. „Es wäre gut, wenn es hier nur an einer Seite Parkmöglichkeiten gebe und die Fahrbahn dadurch breiter wäre“, hofft Haimerl an diesem Punkt auf eine Entschärfung.

Baustelle: Beim Neugebäudeplatz endet abrupt der Radweg an einem Bauzaun. „Bei Baustellen wird oft auf Radfahrer vergessen“, meint Haimerl. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde nicht auf die Radfahrer vergessen, aber: „Was soll das Verkehrsschild ,Radfahrer im Fließverkehr mitfahren’ heißen?“, fragt Haimerl, er glaubt nicht, dass alle das verstehen.

Kreisverkehr: Eine unübersichtliche Situation ist für Radler oft der Kreisverkehr. Die Radwege werden meist abseits des Fließverkehrs über eigene Wege geführt. Der Radfahrer muss dabei mehrere Ausfahrten kreuzen. „Es wäre einfacher, den Radverkehr im Fließverkehr mitzuführen“, ist Haimerl überzeugt.

Europaplatz: Radlobby hofft auf Besserung

Eine besondere Verkehrssituation bringt noch der Europaplatz. Was viele ortsunkundige Autofahrer als Herausforderung empfinden, ist für den Radfahrer mitunter eine Mutprobe. Der geplante Umbau lässt bei der Radlobby Hoffnung auf Besserung aufkeimen. „Eine gute Anbindung aus Richtung Alpenbahnhof an die Innenstadt und zusätzliche Fahrbahnquerungen sind notwendig“, ist ein Vorschlag von Haimerl. „Es ist wichtig, dass bei der Planung die Radfahrer nicht irgendwie auf der Seite reingeflickt werden“, sagt die Leiterin der St.

Pöltner Ortsgruppe Maria Zögernitz, die von den Planern „mehr Mut“ fordert. Es gebe einige sehr engagierte Leute in der Stadtplanung, nur werde das Radfahr-Potenzial in der Stadt St. Pölten nicht ausgenützt.

Laut Radlobby gibt die Stadt heuer pro Einwohner 4,17 Euro aus, Tulln 23 Euro. „St. Pölten hat in den letzten Jahren kontinuierlich die Rad-Ausgaben erhöht“, ist für SP-Stadtrat Harald Ludwig die Wertigkeit gestiegen. Im Vorjahr seien 230.000 Euro für Radwege, Markierungen oder Beschilderungen ausgegeben worden. „Eine Verdoppelung zu den vergangenen Jahren“, so Ludwig. Fahrradabstellplätze, Wegsicherungen und separate Baustellenumleitungen kommen zusätzlich vom Wirtschaftshof, 35.000 Euro aus dem Budget der Verkehrsplanung.

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