Mann ertrank in der Traisen. Tragischer Unfall in St. Pölten: Beim Schwimmen mit seinem Hund geriet 52-Jähriger in der Traisen vermutlich in eine Wasserwalze.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 29. Juni 2020 (08:53)
Die Wasserretter weisen auf die Gefahren beim Schwimmen, insbesondere im freien Gewässer hin, und bitten um Vorsicht.
Österreichische Wasserrettung

Wasserrettung, Feuerwehr und Hubschrauber des Innenministeriums standen Sonntagnacht im Einsatz.

Die Alarmierung für die Freiwillige Feuerwehr Ratzersdorf erfolgte gegen 22 Uhr. „Durch die starken Regenfälle in den letzten Wochen führt die Traisen derzeit Mittelwasser. Dieser relative hohe Wasserstand zu dieser Jahreszeit wurde für den Mann zum Verhängnis“, schildert Markus Schimböck von der Wasserrettung. Als der 52-Jährige mit dem Hund gegen 19 Uhr schwimmen gehen wollte, muss er vermutlich in eine sogenannte Walze geraten sein und konnte sich aus dieser nicht mehr selbst befreien. Der Schäferhund konnte  noch von einem Passanten aus dem Wasser geborgen werden und lief laut Landespolizeidirektion alleine nachhause, dann sei der Notruf erfolgt.

Durch die Polizei St. Pölten wurde zusätzlich der Polizeihubschrauber angefordert. Beim Eintreffen von Wasserrettung und Feuerwehr wurde sofort mit dem Ausleuchten der vermuteten Unfallstelle begonnen, im Anschluss suchten Wildwasserretter das Gewässer ab. In der Zwischenzeit wurde durch den Polizeihubschrauber das Ufer aus der Luft kontrolliert. Nach kurzer Zeit entdeckte das Team des Polizeihubschraubers eine Wärmequelle. Nach Kontrolle durch die Wasserretter wurde der Vermisste gegen 22.40 Uhr leblos aus dem Wasser geborgen.

„Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen“, so der Einsatzleiter.

Wasserrettung warnt vor Gefahren für Schwimmer

In diesem Zusammenhang möchte die Wasserrettung einmal mehr auf die Gefahren im freien Gewässer sowie die Risiken beim Schwimmen im Allgemeinen hinweisen. Durch die Regenfälle in den letzten Wochen sind viele Flüsse in Niederösterreich auf einem hohen Wasserstand. Strömungen und natürliche Walzen können somit zu großen Gefahren für Schwimmer werden.

„Auch durch die Pandemie im Frühjahr konnten viele Kinder keine Schwimmkurse besuchen, es fehlt ihnen derzeit die Übung. Dies birgt eine zusätzliche Gefahr im Umgang mit dem nassen Element. Jetzt, wo in Kürze die Ferien beginnen, möchten wir auch einmal mehr an die Aufsichtspflicht der Eltern erinnern. Es ist unverantwortlich, Kinder unbeaufsichtigt am Wasser spielen zu lassen“, so Schimböck.