Teilsperre für St. Pöltner Ordination

Erstellt am 06. Juli 2022 | 04:23
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Der St. Pöltner Mediziner darf vorerst keine endoskopischen Untersuchungen mehr in seiner Praxis vornehmen.
Foto: Symbolbild:shutterstock.com/ Roman Zaiets
Der St. Pöltner Mediziner Michael Störck darf in seiner Praxis voerst keine endoskopischen Untersuchen durchführen.

Seit 46 Jahren ist der St. Pöltner Facharzt für allgemeine Chirurgie und Gefäßchirurgie Michael Störck im Spitalsdienst, seit 34 Jahren betreibt er eine eigene Praxis. Nun wurden ihm vom Magistrat endoskopische Untersuchungen in seiner Ordination untersagt.

Gründe dafür sind laut Bescheid die Verwendung von veralteten Geräten sowie Hygienemängel. „Die Patienten waren immer zufrieden“, sagt Störck und verweist auf die guten Bewertungen bei Doc-Finder, wo er 4,9 von 5 möglichen Punkte bei 87 Bewertungen hat .

Ins Rollen kam die Sache durch eine anonyme Anzeige Anfang Juni, die beim Magistrat und der Staatsanwaltschaft St. Pölten wegen „Gefahr im Verzug“ eingebracht wurde. Die Staatsanwaltschaft verfolgt laut Staatsanwalt Leopold Bien das Ermittlungsverfahren nicht weiter. Der Magistrat verhängte nach dem Besuch einer Amtsärztin gemeinsam mit einem Vertreter der Ärztekammer die Teilsperre. Auf Nachfrage nach der weiteren Vorgehensweise berief sich der Magistrat auf den Datenschutz.

Wie es nun weitergeht, weiß Störck, der 2020 einem Flüchtling in einer zweistündigen Operation zwei Finger rettete, noch nicht. „Ich bin fast 70 und werde bald in Pension gehen“, sagt Störck. Die Anzeige und die daraus resultierende Sperre seien ein Tiefschlag.

Hygienemängel, von denen die Amtsärztin im Gutachten spricht, stellt Störck „entschieden in Abrede“. „Wir haben immer ein Hygieneprotokoll geführt“, betont Störck, der seinen Patienten für die Treue dankt. Der Endoskopie-Gerätepark soll getauscht werden.