Mordverdacht gegen 64-Jährigen erhärtete sich nicht. Im Fall eines 64-jährigen Mostviertlers, dem unter anderem fortgesetzte Gewaltausübung und Sexualdelikte in einem Tatzeitraum über mehrere Jahrzehnte vorgeworfen werden, hat sich der Mordverdacht bisher nicht erhärtet. Die Grabungen auf mehreren Grundstücken wurden vorerst abgeschlossen. "Es wurde keine Leiche gefunden", sagte Karl Wurzer von der Staatsanwaltschaft St. Pölten am Montag.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 23. September 2019 (12:45)
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Im Raum stand, dass der Beschuldigte seine Partnerin in den 1980er-Jahren getötet haben könnte. Nach der Leiche der Frau wurde bei den Grabungen im Mostviertel gesucht. Dass die Tätigkeiten nunmehr eingestellt wurden, heiße jedoch nicht, dass der Mordverdacht nicht mehr bestehe, betonte Wurzer: "Es wird weiter ermittelt."

Als nächste Schritte seien in den kommenden Wochen "kontradiktorische Einvernahmen von einigen Opfern" geplant, kündigte der Behördensprecher an. Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass sich unter den Geschädigten sowohl Frauen als auch Männer befinden. Die meisten von ihnen stammen aus dem sozialen bzw. familiären Nahbereich des beschuldigten Mostviertlers.

Die Untersuchungshaft über den 64-Jährigen wurde Ende vergangener Woche verlängert. Befristet ist sie nun für einen Monat. Weiter gelte, dass der Mordverdacht nicht der Grund für die U-Haft sei, sagte Wurzer.

Die Festnahme des Verdächtigen erfolgte Anfang September und wurde am 11. September publik. Neben fortgesetzter Gewaltausübung und mehreren Sexualdelikte wird dem Mann auch Menschenhandel durch Arbeitsausbeutung angelastet. Die Vorwürfe reichen bis in die Mitte der 1970er-Jahre zurück. Eine Verjährung sei noch nicht eingetreten, weil der Verdacht besteht, dass jeweils innerhalb der Verjährungsfrist erneut einschlägige Taten gesetzt wurden, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.