Müller-Filiale zieht in die Brunngasse

Erstellt am 28. April 2014 | 07:39
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Foto: NOEN, privat
Frequenzbringer / Handelskette kommt auf 3.000 Quadratmetern unter. Zudem werden 19 Wohnungen errichtet. Eröffnung: Herbst 2015.
ST. PÖLTEN / Jene Handelskette, die der Brunngasse ab Herbst 2015 zu einem Frequenz-Höhenflug verhelfen soll, ist fixiert: Die Drogerie-Kette Müller wird auf 3.000 Quadratmetern ihre Warenvielfalt anbieten.

Die Julius Eberhardt-Privatstiftung, Eigentümerin der Brunngasse 3-5, trug sich seit fast drei Jahren mit dem Gedanken, die Liegenschaft zu verwerten. „Was wir nun umsetzen, ist ein wirklicher Gewinn für die Innenstadt“, ist Christian Mitter egger überzeugt. Ursprünglich wollte man zwei Mieter für die zwei Stockwerke haben. „Das war aber schwer zu verwerten. Nach harter Arbeit ist es uns schließlich gelungen, den idealen Handelspartner für das Objekt zu finden. Einen Frequenzbringer, der die von uns angebotene Fläche auch füllen kann.“

Drei Monate lang erfolgen archäologische Grabungen – dafür wurden vor mehr als zwei Wochen ein Haus in der Franziskanergasse und eines in der Brunngasse abgerissen –, dann sollen die Spaten für die große Müller-Filiale gesetzt werden. Ein Abbruch in der Innenstadt sei immer eine Herausforderung, betont Christian Mitteregger. Nach allen Anrainergesprächen und den behördlichen Genehmigungen sei nun die Bahn frei für das Handelsprojekt.

Brunngassen-Projekt  beinhaltet Wohnungen

14 Millionen Euro beträgt das Projektvolumen, fast eineinhalb Jahre lang wird gebaut und gestaltet: Im Untergeschoß wird die Technik unterkommen, im zweiten Obergeschoß des südlichen Gebäudeteils werden Wohnungen errichtet, ebenso im dritten und vierten Geschoß an der Nordseite, wo zweigeschoßige Maisonetten unterkommen sollen.

Insgesamt gibt es ab nächstem Jahr 19 Wohnungen zwischen 40 und 110 Quadratmetern mit einer Gesamtfläche von 1.500 Quadratmetern. Der Aufgang zu den Wohnungen wird in der Franziskanergasse liegen. Lift, Terrassen und Balkone sind ebenso projektiert wie ein Innenhof auf dem ersten Stock.

Dass die Drogerie-Kette Müller – mit ihrer zwölften Filiale in Niederösterreich – in die Brunngasse zieht, ist für Projektentwickler Thomas Kronsteiner ein „wirklicher Gewinn für die Innenstadt“. Der Bereich von der Kremser Gasse bis zur Promenade werde davon enorm profitieren. „Die Brunngasse trägt damit zur Stärkung der Innenstadt bei. Müller ist für St. Pölten ideal: Auch wenn man nichts braucht, geht man rein, spaziert mit einem Sackerl wieder raus.“










 

„Müller bringt Frequenz“

Im Gespräch | Thomas Kronsteiner entwickelt das neue Groß-Projekt und die EKZ-Revitalisierung.


NÖN: Sie haben Einkaufsprojekte in Horn, Krems, Melk und Gmünd verwirklicht. Wie unterscheidet sich das von einer 1a-Lage in der Landeshauptstadt?

Thomas Kronsteiner: Natürlich gibt es da einen Unterschied. Wir sind quasi von der grünen Wiese nach St. Pölten gekommen und so ein innerstädtisches Projekt stellt eine Herausforderung dar. Man muss das Ensemble berücksichtigen und kann nicht einfach drauf los werken.


Wie wird sich die Müller-Filiale auf das Einkaufszentrum Promenade auswirken?

Kronsteiner: Sehr positiv. Filialisierter Handel braucht eine gewisse Frequenz, um Umsatz zu generieren. Dafür braucht er eine gewisse Anzahl an Menschen und genau die wird Müller bringen. Ich entwickle beide Projekte und bin froh, dass die Eigentümer gleiche Interessen haben.

Was trägt die Revitalisierung der Promenade bei?

Kronsteiner: Durch den Verbleib von H&M, Billa und Bipa und die Ansiedelung von Deichmann ist der Standort gestärkt. Das EKZ bekommt ein neues Portal und mit Fussl einen zweiten Textilanbieter, der auch in die Brunngasse locken soll.