Corona-Ampel steht in St. Pölten jetzt auf Gelb. 14 Lehrer und zwei Klassen der HTL in Quarantäne. Stadt reaktiviert Krisenstab.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 15. September 2020 (18:00)
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Anfang der Woche sind in der Stadt St. Pölten zwei Cluster identifiziert worden. Einer in der HTL St. Pölten, ein weiterer im Sportleistungszentrum St. Pölten. Mit Stand Montag gab es 27 aktuelle Fälle in der Landeshauptstadt. Ein Grund für das Ministerium, die Corona-Ampel auf Gelb zu schalten.

Am Sonntag waren zwei Schüler der HTL positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Zwei Klassen wurden daraufhin abgesondert, 14 Lehrer in Quarantäne geschickt. „Zwei Fälle sind nicht viel, die lösen aber eine große Kettenreaktion aus“, berichtet HTL-Direktor Martin Pfeffel. Vor allem der administrative Aufwand sei sehr hoch. Die Schüler und Lehrer kämen aus unterschiedlichen Teilen Niederösterreichs und auch Wien. Er müsse nun mit geschätzten 20 Bezirksverwaltungen kommunizieren, so Pfeffel: „Das ist nicht einfach. Mir wäre lieber, eine Bezirkshauptmannschaft würde das für alle übernehmen.“ Der Unterricht geht unterdessen normal weiter. „Supplierungen sind aber schon eine Herausforderung, auch wenn die Lehrer in Quarantäne über Distance Schooling von zu Hause aus unterrichten können“, so Pfeffel. Die Testergebnisse sollen am Dienstag (nach Redaktionsschluss) noch eintreffen.

Sieben Corona-Fälle sind bereits im Sportleistungszentrum St. Pölten nachgewiesen, wo die die Schüler das Oberstufenrealgymnasium (BORGL), Handelsschule (BHASL) oder die Lower Austrian International School (LAIS) besuchen. In allen Fällen traten aber keine Symptome auf..

Task Force unterstützt Gesundheitsamt

„Wir haben die aktuelle Situation klar im Blick“, beruhigt Bürgermeister Matthias Stadler. Neben dem reaktivierten Krisenstab setzt die Stadt auf eine eigene Task Force. Diese wurde bereits über die Sommermonate magistratsintern zusammengestellt. 30 Mitarbeiter aus allen Bereichen unterstützen das Gesundheitsamt bei der Personen-Kontakt-Nachverfolgung.

Verwundert zeigt sich Stadler über die Kommunikation der Bundesregierung: „Wir haben bis dato keine offiziellen Informationen oder Anweisungen erhalten.“ Der Stadtchef findet es befremdlich, dass die Stadtführung aktuell mehr aus den Medien erfährt als vom Gesundheitsministerium. „Wir merken auch, dass viele Menschen keinen Überblick mehr über die aktuellen Regelungen der Bundesregierung haben“, kritisiert Stadler.

Einige weitere Städte betroffen

Neben St. Pölten werden in den Bezirken Baden, Bruck, Gänserndorf, Korneuburg, Krems, Lilienfeld, Mistelbach und Wiener Neustadt die Corona-Ampeln ebenfalls auf Gelb geschaltet, in Mödling und Neunkirchen sogar auf Orange.

Im Wesentlichen wurde der Ampelregelung durch neue Maßnahmen der Bundesregierung bereits vorgegriffen. Was jetzt durch die unterschiedlichen Ampelfarben strenger wird, konnte auch der Magistrat noch nicht genau sagen.