Turopolje-Schwein bei Josef Kranawetter jetzt bio. Josef Kranawetter ließ seinen Hof zertifizieren. Dafür musste er zuerst aber umdenken und viel Neues lernen, berichtet er.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. August 2019 (03:31)
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Josef Kranawetter führt seinen Hof jetzt bio-zertifiziert.

Das Turopolje-Schwein war fast ausgestorben, als der damalige Zoodirektor Helmut Pechlaner ein Nachzuchtprogramm im Tiergarten Schönbrunn startete. Auch der Oberradlberger Josef Kranawetter hat sein Herz an diese besondere Rasse verloren. Seit einigen Jahren züchtet er sie am Juniperhof. Jetzt erhielt er das Zertifikat von Bio-Austria.

„Ich habe schon länger damit geliebäugelt, den Hof bio zu führen. In meiner Familie herrscht eine bessere Akzeptanz für Bio-Landwirtschaft“, erklärt Kranawetter. Außerdem habe er erst im Vorjahr ein einschneidendes Erlebnis mit Pflanzenschutzmittel gehabt. „Eigentlich hätte alles kaputt sein müssen, aber so war es nicht. Diese Resistenzen im Saatgut haben mich nachdenklich gemacht“, so der Oberradlberger. Also entschied er sich zum Abschied von der konventionellen Landwirtschaft.

„Ich habe schon länger damit geliebäugelt, den Hof bio zu führen"

Die größte Umstellung sei die im Kopf gewesen, erklärt er: „Man muss viel lernen über Wechselbeziehungen vom Boden mit den Pflanzen.“ Schon länger habe er Blühstreifen rund um seinen Ackerflächen, um Biosicherheit zu gewährleisten. In der Tierhaltung musste am Hof nichts umgestellt werden.

Neu am Hof ist die Bienenzucht. Dabei werden essbare Waben produziert und der Honig ausgepresst. Damit kommt kein Sauerstoff in den Honig.

Der Hof kann am Samstag, 24. August, bei freiem Eintritt besichtigt werden.