Priesterweihen: "Aufbrechen zu einer missionarischen Kirche"

Erstellt am 29. Juni 2015 | 19:42
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Foto: NOEN, Diözese St.Pölten
Der Diözesanbischof weihte am traditionellen Tag für Weihen, am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, im Dom von St. Pölten, die Diakone Martin Hochedlinger und Herbert Weissensteiner zu Priestern und Thomas Skrianz zum Diakon.
„Aufzubrechen zu einer neuen Art der Wirksamkeit der Kirche, wie es heute nötig ist“, ermutigte Bischof Klaus Küng die Neugeweihten bei der Priesterweihe in St. Pölten: „Es ist eine missionarische Kirche.“ 
In seiner Predigt rief Küng die Weihekandidaten auf, sich um ihre zukünftigen Mitarbeiter und „Streitgefährten“ zu sorgen: „Ihr braucht Menschen, die innerlich lebendig sind. Es ist etwas Faszinierendes, den Weg zu den Herzen der Menschen zu suchen.“ Die geeigneten Strukturen würden sich finden; dabei sei es jedoch „immer von größter Bedeutung, darauf zu achten, dass wirklich Christus selbst die Mitte ist, mit seinem Wort und mit seinem Brot, mit dem Evangelium und den Sakramenten“. Die Eucharistiefeier und die Sakramente seien dabei unersetzlich wie der Priester selbst.

Große Herausforderung für Priester und Diakone

Die Herausforderungen an Priester und auch Diakone seien groß, wie Küng betonte: „Es gibt in allen Pfarren Christen, die um eine christliche Lebensweise redlich bemüht sind, es sind aber bedeutend mehr, bei denen das Licht des Glaubens nachgelassen hat, teilweise ganz erloschen ist.“ Um das Licht wieder zu entzünden, sei vor allem ein tiefer Glaube nötig im Sinne des hl. Petrus, der auf die Frage Jesu hin ausruft: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“

Weiters brauche es „eine große Liebe, die zur Aufrichtigkeit führt, sodass dieser Glaube in seiner Fülle und Konkretheit dargelegt wird“. Dazu müssten auch die Gebote Gottes und die nötigen Voraussetzungen für einen fruchtbaren Empfang der Sakramente erklärt werden, wie Küng unterstrich. „Da sind nicht immer Spannungen vermeidbar, aber es lohnt sich: Oft kommt es nur so zur Umkehr, ohne die es keine Hilfe und keine Heilung gibt.“ Wenn ein Priester im Sinne Jesu tätig sei, gewinne er Gefährten und Mitarbeiter, „die kostbar sind, weil auch sie Jesus im Herzen tragen, weil sich auch bei ihnen ein Feuer entzündet, das sich ausbreiten wird“.

Ehemaliger Polizist, Psychologe und Krankenpfleger

Martin Hochedlinger wurde 1974 in Amstetten geboren, seine Heimatpfarre ist Neustadtl an der Donau. Er absolvierte die Berufsausbildungen zum Einzelhandelskaufmann und zum Polizeibeamten. Theologie studierte er in St. Pölten, seine Pastoraljahrs-Pfarren waren Maria Anzbach und Eichgraben. Die Primiz feiert er am 5. Juli um 10 Uhr in Viehdorf, Primizprediger ist Pfarrer Leopold Lumesberger.

Herbert Weissensteiner wurde 1951 in Wien geboren, seine Heimatpfarre ist Hoheneich. Er war Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe an der Landesnervenklinik Salzburg und am Comenius-Institut in Wien. Nach dem Studium der Fachtheologie in St. Pölten absolvierte er sein Pastoralpraktikum im Pfarrverband Bad-Großpertholz-Harbach-Harmanschlag-Karlstift-St. Martin. Die Primiz feiert er am 5. Juli um 10 Uhr in Hoheneich, Prediger ist Dechant P. Clemens Reischl aus Mautern.

Thomas Skrianz wurde 1965 geboren, seine Heimatpfarre ist Tribuswinkel. Er absolvierte die Ausbildung zum Diplom-Krankenpfleger und arbeitete im Krankenhaus Baden. Theologie studierte er von 2008 bis 2015 an der Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz.