St. Pöltnerin forscht in Harvard an ALS. Die 22-jährige Neurowissenschaftlerin Sophie Imhof sucht nach neuen Therapiemöglichkeiten für Nervenkrankheit.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 15. März 2019 (06:02)
zu forschen.
Bis zu 70 Stunden pro Woche verbringt Sophie Imhof im Labor des Stammzellen-Instituts, um an ALS

„Die Wissenschaft ist mein Leben, ich wusste immer, dass ich höher hinaus will. Ich will Antworten finden auf Fragen, die sich andere noch nicht einmal gestellt haben“, strotzt Sophie Imhof vor Selbstbewusstsein.

Ihre Motivation brachte die St. Pöltnerin nun sogar an die amerikanische Elite-Universität Harvard. Dort forscht die erst 22-jährige Neurowissenschaftlerin an Amyotropher Lateral-Sklerose (ALS), einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems. Ziel ihres Projektes dort ist, für die so unterschiedlich verlaufende Krankheit neue Therapiemöglichkeiten zu finden: „Momentan gibt es nur ein Medikament, das die Lebenserwartung um drei Monate erhöht“, erklärt Imhof.

„Ich habe hart dafür gekämpft"

Für die St. Pöltnerin geht mit der Arbeit in den USA ein Traum in Erfüllung: „Ich habe hart dafür gekämpft. Ich habe die Arbeit meines jetzigen Chefs schon länger verfolgt und mich dann selbst in die Thematik eingearbeitet und der Uni erste Ergebnisse geschickt. Er lud mich an die Uni ein, mein Forschungsprojekt musste ich aber selbst organisieren und Investoren finden.“

Sogar ihre eigene Familie musste Imhof erst von ihrer Arbeit überzeugen: „Mein Papa hat mir zum Beispiel gesagt, ich soll lieber Kellnerin in seinem Lieblingswirtshaus werden“, erzählt sie.

„Boston ist die lebenswerteste Stadt, die ich kenne"

Jetzt, wo das Projekt genehmigt ist, wird es für Imhof aber nicht leichter: Schlaflose Nächte und 70-Stunden-Wochen seien die Regel. Doch es lohnt sich: „Boston ist die lebenswerteste Stadt, die ich kenne. Der Campus ist fast so groß wie St. Pölten – nur die tollen LUP-Busse fehlen dort“, lacht die Forscherin. Bleiben wird sie in Amerika vorerst bis zum Sommer. „Dann wird man sehen, wie sich das Projekt entwickelt und wie
vielversprechend es tatsächlich ist.“