Neuer Anspruch an die St. Pöltner Wohn-Zukunft. Anstelle von ehemaligem Schandfleck in Spitalsnähe plant Alpenland ökologisch und städtebaulich verträgliches Quartier.

Von Max Steiner und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 15. September 2021 (04:28)
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Wohnideen für die Zukunft in der Trautsonstraße sahen sich Bürgermeister Matthias Stadler und Landesrat Martin Eichtinger mit Alpenland-Obfrau Isabella Stickler und Stellvertreter Norbert Steiner (v. l.) an.
Vorlaufer

Jahrelang galt das ehemalige Pensionistenheim in der Trautsonstraße als einer der Schandflecke im Stadtbild. Der Verfall ging so weit, dass auch die Kapelle den Denkmalschutz verlor und alles geschleift wurde. Mittlerweile gehört das Grundstück der Alpenland, dort reifen langsam die Pläne.

Ökologische Verträglichkeit, Freiraum-Qualität, Integration ins städtebauliche Umfeld und leistbare Preise hat sich die Genossenschaft etwa als Ziele für „eine Vorzeigesiedlung“ mit 300 Wohnungen gesetzt. Acht Architekturteams entwickeln Ideen für die optimale Nutzung des zwei Hektar großen Areals. Sie kommen auch aus den Niederlanden, Dänemark, Deutschland und der Schweiz, um von dort neue Wohnbaulösungen einzubringen.

Bauprojekte sollen ins Stadtbild passen

„Mehr denn je muss Wohnbau sozial und ökologisch nachhaltig sein. Dafür braucht es Innovation“, kommentierte nun Landesrat Martin Eichtinger den präsentierten Zwischenstand. „St.Pölten braucht ganzheitlich durchdachte Wohnbauprojekte, die sich in unsere städtebauliche Gesamtstrategie einfügen“, bestärkte Bürgermeister Matthias Stadler die Planer.

Zukunft in der Trautsonstraße
Alle Vorschläge achten auf genügend Grünraum zwischen den Wohngebäuden. Wichtig sind den Architekten auch Wohngemeinschaften, die in diesem Vorschlag ausgearbeitet wurden. 
Gruber-Dorninger

Viel Grün haben alle Teams im Plan. Dazu sind Gemeinschaftseinrichtungen, Nahversorgung, soziale Einrichtungen und Wohnflächen, die alle Bewohner nutzen können, angedacht. „Wir wollen ein lebendiges, vielfältiges Quartier schaffen, das die künftigen Anforderungen an nachhaltiges Bauen und Wohnen erfüllt – und auch einen in Österreichs Wohnbau nicht mehr selbstverständlichen städtebaulichen Anspruch erhebt“, unterstrich Obfrau-Stellvertreter Norbert Steiner.

Der Planungsprozess läuft weiter, einen dritten Workshop wird es im November geben. Bauen wird Alpenland an dem Wohnbau der Zukunft dann frühestens ab 2023.