St. Pölten

Erstellt am 11. Januar 2019, 16:03

von Claudia Stöcklöcker

Bedingte Strafe für Schul-Randalierer. Weil ein Afghane (25) nicht in die Krankenpflegeschule aufgenommen wurde, tobte er dort heftig und bedrohte Direktorin.

In der Krankenpflegeschule rastete ein 25-jähriger Afghane aus, schrie „Muss ich mir mein Recht mit dem Messer holen!“ und warf mit Stühlen um sich. Vor dem Richter beteuert er seine Unschuld und legt Berufung ein.  |  Thomas Werth

„Er verfügt nicht über ausreichende Deutschkenntnisse und hat keine Vorstellung von Pflege“, sagt die Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in St. Pölten vor dem Strafrichter über einen Afghanen. Der 25-Jährige bewarb sich mehrmals in der Schule und wurde jedes Mal abgelehnt. Akzeptieren wollte er das nicht.

Heuer im Oktober suchte er deshalb wieder einmal das Gespräch mit der Direktorin und deren Stellvertreterin und rastete völlig aus. „Muss ich mir mein Recht mit Gewalt holen, muss ich mir mein Recht mit dem Messer holen!“, schrie er, tobte und warf mit Tisch und Stühlen um sich. Ein Polizeiaufgebot von mehreren Streifen war schnell vor Ort.

„Habe nichts grundlos kaputt gemacht“

Nötigung und Sachbeschädigung wird dem Afghanen nun vorgeworfen in einem Prozess am Landesgericht. Einsichtig ist der Angeklagte vor Gericht nicht. Er wird laut, erzählt von Rassismus. Und erklärt weiter: „Ich habe nichts grundlos kaputt gemacht und habe vor einer Messerstecherei gewarnt.“ Er meint: „Die beiden Damen müssen doch auch bestraft werden!“

Ein unbeschriebenes Blatt ist der Afghane nicht. „Es gab 2016 bereits einen Vorfall bei der Sozialhilfe am Magistrat in St. Pölten“, sagt der Richter und verurteilt den Angeklagten wegen versuchter Nötigung und Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe.

Das Urteil nimmt der 25-Jährige nicht an. „Ich bin unschuldig“, sagt er und legt sofort volle Berufung ein.