Eifersüchtiger stach zu. Türke (40) verprügelte Nebenbuhler und zückte dann ein Messer. Gericht verhängte über ihn und Mittäter Gefängnisstrafen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 14. August 2019 (17:53)
APA
Symbolbild

Weil seine Frau eine Liaison mit einem anderen Mann hatte, zog ein 40-jähriger Türke heuer am 8. Mai bei einer Tankstelle in St. Pölten ein Klappmesser, stach vier Mal auf seinen Nebenbuhler ein. Davor verprügelte er gemeinsam mit seinem Freund (41) das Opfer, trat auf den Wehrlosen ein.

Am Landesgericht werden die Angeklagten aus St. Pölten wegen absichtlich schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. 28 Monate hinter Gittern fasst der 40-Jährige aus (rechtskräftig), sein Freund kassiert 22 Monate unbedingte Haft (nicht rechtskräftig). „Generalpräventiv ist die Verhängung von unbedingten Strafen notwendig, vor allem, weil es bei der Tat um Ehre geht“, begründet der dem Schöffensenat vorsitzende Richter.

Stiche in den Bauch und Oberschenkel

Im Prozess bekennen sich die Angeklagten schuldig, sie bedauern. „Ich hatte mich nicht unter Kontrolle“, sagt der 40-Jährige. „Ich bereue, es tut mir alles sehr leid“, erklärt der Mitangeklagte. Zum Tathergang wollen beide nichts sagen.

Rechtsanwalt Rudolf Mayer erzählt im Prozess: „Die Gattin des 40-Jährigen telefoniert in der Nacht, in der Anrufliste sieht er dann, dass das Gespräch eineinhalb Stunden gedauert hat. Die außereheliche Beziehung streitet sie ab, er platziert sein Handy im Aufnahmemodus, es kommt alles ans Tageslicht.“ Die Eifersucht sei dann hochgeschossen, in einem Telefonat habe der Nebenbuhler alles abgestritten. „Das brachte das Blut zum Kochen“, so der Verteidiger. Bei der Aussprache an der Tankstelle griff der gehörnte Ehemann dann zum Messer, stach das
Opfer, den 44-jährigen Betreiber eines Handyshops, in den Bauch und drei Mal in den Oberschenkel.

„Hier wurde ein zwischenmenschlicher Konflikt auf grauenhafte Weise geregelt. Man wollte sich rächen“, meint der Staatsanwalt.