Kahlschlag in CBD-Hanf-Plantage: Polizei erntete Gras

Erstellt am 31. August 2021 | 16:51
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Das Etikett des Hanf-Saatgutes, das Valentin Kopatz anbaute.
Foto: privat
Besitzer schätzt Schaden nach Diebstahl in Auern (Gemeinde Pyhra, Bezirk St. Pölten) auf bis zu 100.000 Euro. Exekutive prüft noch den THC-Gehalt von etwa 100 Pflanzen.

Er traute seinen Augen nicht, als Valentin Kopatz am Sonntagmorgen sein Grundstück in Auern sah. Seine Hanfplantage war verschwunden. Zunächst dachte er an Diebstahl und wollte Anzeige erstatten. Später stellte sich heraus, dass die Pflanzen von der Polizei beschlagnahmt worden waren.

An der Tür klebte ein Zettel mit einer Nachricht der Polizei, er solle sich in der Polizeistation Pyhra einfinden und Rechenschaft über die Cannabis-Pflanzen ablegen.

Immenser Schaden - und viele Arbeitsstunden umsonst

„Die Plantage war absolut legal. Das waren Pflanzen, die CBD (Cannabidiol; Anmerkung der Redaktion) produzierten und einen in Österreich legalen THC-Wert von 0,3 Prozent nicht überschreiten“, erklärt Valentin Kopatz gegenüber der NÖN.

Gekauft hat der Landwirt das Saatgut ebenfalls legal über eine St. Pöltner Firma. Den Schaden beziffert Kopatz nun mit etwa 50.000 bis 100.000 Euro. „Ganz zu schweigen von den unzähligen Arbeitsstunden, die wir in die monatelange Aufzucht und Entwicklung gesteckt haben.“

Den Polizeiposten suchte Kopatz nun am Dienstag gemeinsam mit seinem Anwalt auf. Dort stellte sich heraus, dass die Polizei bei ihm wegen der 3G-Regel in seinem Parteilokal patrouillierte. Den Hanf hat laut Kopatz der Beamte dann zufällig wahrgenommen.

„Eine routinemäßige Kontrolle“, bestätigt auch die Polizei und ebenso die Beschlagnahmung von etwa 100 Pflanzen. Derzeit werden diese auf ihren THC-Gehalt überprüft, ein Ergebnis stand am Dienstagnachmittag noch aus.

Kopatz ist jedenfalls außer sich. Er sieht das Eigentum seiner Partei „Gemeinschaft unabhängiger Menschen“ geschädigt. „Ich finde es traurig, wie in Zeiten wie diesen auf kleine Landwirte losgegangen wird.“