Pläne für Freibad-Areal sollen bis Herbst stehen. Gemeinderat beauftragt Entwicklungsgesellschaft. Suche nach Platz für Naturbadesee.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 11. Juli 2019 (14:10)
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Der Pavillon, der als Treffpunkt für die Jugendlichen errichtet wurde, ist derzeit die einzige Attraktion am Standort des ehemaligen Freibades.

Gerade an den heißen Tagen denken die Bewohner Pyhras gerne zurück an jene Zeit, als es in der Gemeinde noch ein eigenes Freibad gab. Dieses ist aber bekanntlich seit 2016 Geschichte. Damals fällte der Gemeinderat mehrheitlich den Beschluss, das Bad abzureißen. Die Fortsetzung des Badebetriebs inklusive Sanierung wäre zu teuer gekommen, so die Begründung. Von 870.000 Euro war die Rede. Die Streitereien über den Erhalt des Bades führten sogar zum Auszug einiger Mandataren aus dem Gemeinderat, um die Entscheidungen hinauszuzögern. Eine eigens gegründete Bad-Initiative gab schließlich auf.

Bald soll aber wieder Leben auf das Freibad-Areal zurückkehren. Für die Nachnutzung – das Projekt 2020 – ist bis Spätherbst mit ersten Planungsergebnissen zu rechnen: Der Gemeinderat hat einstimmig eine Optionsvereinbarung mit dem Wiener Immobilienunternehmen Sleven beschlossen.

Ein Gebäude, das alle Stückerl spielt

Die Entwicklungsgesellschaft würde das Areal kaufen und wurde vorerst mit der Mietersuche für ein Gebäude beauftragt, das einen Gastronomiebetrieb mit Saal für 160 bis 200 Gäste, Kaffeehaus, Bibliothek und Gesundheitszentrum mit Fachärzten und Therapeuten unterbringen soll. Damit wird auch dem Wunsch des Wirtschaftsbunds entsprochen, der sich für ein „Wirtshaus mitten im Ort“ einsetzt. Zusätzlich ist ein großzügiges Parkplatzangebot vorgesehen.

„Die vom Gemeinderat beauftragte Beratungsfirma ,Energy Changes’ hat mit Sleven Immobilien einen Interessenten für die Umsetzung der von der Marktgemeinde gewünschten Infrastruktur gefunden“, erklärt Bürgermeister Günter Schaubach. Das Projekt soll zur Gänze über private Investoren umgesetzt werden. Eine Optionsvereinbarung sichert der Gemeinde im Fall der Umsetzung das Vor- und Rückkaufsrecht.

Zu Finanzierbarkeit und Umsetzungsmöglichkeiten eines Naturbadesees wird die Firma „Wagner und Weitlaner WasserWerkstatt“ um 37.700 Euro bis Herbst einen Planungsentwurf vorlegen. Von der Leader-Region Elsbeere gibt es eine Förderzusage. Für den ursprünglich im Süden des Areals geplanten Naturbadesee samt Liegewiese wird wegen Platzmangels nach einer alternativen Fläche gesucht. Der Spezialist für Naturbadeseen wird auch mit einer Kostenschätzung beauftragt. „Zunächst muss jedenfalls die Funktionalität und Finanzierbarkeit gesichert sein“, betont Bürgermeister Günter Schaubach, der keinen Schnellschuss riskieren will.

Nach den jahrelangen Diskussionen scheint jedenfalls wieder allmählich Schwung in die Angelegenheit Freibad-Areal zu kommen. Derzeit steht an besagter Stelle lediglich ein Pavillon, der derzeit von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wird.