Öffis bleiben weiter in Betrieb. Auch wenn die Fahrgäste weniger werden, sind Bus und Bahn gefragt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 01. April 2020 (04:22)

„Es sind schon deutlich weniger Passagiere, als noch vor ein paar Wochen“, muss der Lup-Busfahrer Christos Tsiftsioglou zugeben. Manchmal habe er schon ein mulmiges Gefühl wegen des Coronavirus. Aber er hält gemeinsam mit seinen Lup-Kollegen, wie etwa Martin Bergmann, tapfer die Stellung und somit den öffentlichen Verkehr im Betrieb.

Nicht jeder hat ein eigenes Auto und ist auf öffentlichen Verkehr angewiesen. Dazu zählen ältere Personen, die mit dem Bus ihre Einkäufe erledigen müssen oder etwas aus der Apotheke besorgen. Es fahren aber auch viele Menschen mit den Öffis, die ihrerseits für den Systemerhalt wichtig sind. Ärzte, Krankenpfleger, Kassakräfte.

„Es sind schon deutlich weniger Passagiere, als noch vor ein paar Wochen“

Die Sicherheitsmaßnahmen sind in den Lup-Bussen deutlich erhöht worden. Die vordere Eingangstür ist verschlossen, die Fahrerkabinen wurden zusätzlich geschützt, der Kartenkauf beim Fahrer ist nicht mehr möglich. „Es gibt eigentlich keinen Kontakt mehr zu den Fahrgästen“, erklärt Tsiftsioglou.

Josef Speiser arbeitet bei der Postbus GmbH und ist Schulungslenker für Neuanfänger. Er war in der ersten Woche der Coronakrise auf Urlaub. Bei seiner Rückkehr auf den Arbeitsplatz war plötzlich nichts mehr so, wie es eine Woche davor noch war. „Jetzt steht das Leben fast still“, bemerkt Speiser.

Ein Held ist auch ÖBB-Fahrdienstleiter Stefan Winkler aus Böheimkirchen. Er wickelt den Zugverkehr sowie Verschub- und Nebenfahrten sicher ab. „Die Situation ist sehr herausfordernd, und es bleibt zu hoffen, dass bald wieder Normalbetrieb herrscht“, so Winkler. Alfred Schuh ist Zugbegleiter, auch er schont sich nicht in Krisenzeiten. Durch den Rückgang der Passagiere sei es in den Zügen sehr ruhig geworden. „Ich wünsche mir meine Reisenden wieder zurück, sie fehlen mir im Alltag“, erklärt Schuh.

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