Schulsportstätten für Vereine: Im Wesentlichen läuft es. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Corina Berger und Nadja Straubinger. Erstellt am 10. September 2019 (05:50)
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Turnen seit vielen Jahren in der Halle der Volksschule Viehofen: ASKÖ

Sport gehört für viele Menschen in der Region zum Leben. Nachfrage nach geeigneten Sportstätten gibt es daher immer, weiß man bei den großen Sportdachverbänden Union und ASKÖ in der Stadt.

Zur Betätigung stehen im Stadtgebiet 18 Turnsäle in Volks- und Mittelschulen zur Verfügung, die unter der Woche von 17 bis etwa 21.30 Uhr genutzt werden können. „Als unmittelbare Förderung des Sports stellt die Stadt die Turnsäle und Bewegungsräume ihrer Schulen den St. Pöltner Vereinen kostenlos zur Verfügung. Reinigung, Instandhaltung etc. werden von der Stadt übernommen“, betont der Leiter des Sportreferats Thomas Kainz.

„Probleme gibt es nur im Gymnasium in der Josefstraße“

Nicht genutzt werden können allerdings die Außenanlagen. „Speziell Rasenplätze müssen ,rasten‘, um dauerhaft nutzbar zu bleiben“, sagt Kainz. Die Belastungszeiten seien schon durch den Schulsport zum Teil überschritten.

Gerade im Hinblick auf das Ziel, Fittest City of Austria zu werden, wünscht sich Kainz, dass auch alle Bundesschulen die Hallennutzung so handhaben. Die meisten stellen ihre Hallen für einen Beitrag zur Verfügung. „Der Bedarf ist riesig. Das Problem ist, dass wir einfach zu wenig Hallen haben“, schmunzelt HTL-Direktor Martin Pfeffel.

Unterrichtet wird bis 16.20 Uhr, danach sind die Sporthallen bis 22 Uhr dauernd besetzt – und das jeden Tag unter der Woche. Am Wochenende kommen noch Volleyball-Matches hinzu. Problem mit dem eng getakteten Zeitplan gibt es nicht: „Ich bin sehr zufrieden, denn die Organisation mit den Vereinen läuft sehr gut.“ Gleiches Urteil fällt Elisabeth Wegscheider von der HLW. Auch hier werden die Sportstätten seit vielen Jahren von Vereinen gemietet und genutzt. Dadurch hat sich eine gewisse „Stammpartie“ ergeben, auf die man bei der Planung Rücksicht nimmt.

Stammgast ist etwa die Sportunion St. Pölten, die ein Programm von Aerobic bis Zumba anbietet. Bei einer der größten Organisationen weiß man den engen und teilweise seit Jahren eingespielten Verbund mit einigen St. Pöltner Schulen zu schätzen. „Im Wesentlichen funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Probleme gibt es nur im Gymnasium in der Josefstraße“, merkt Union-St. Pölten-Präsident Karl Preiss an. Wie die NÖN im Vorjahr berichtete dürfen Vereine dort nur selten hinein. Vom Gymnasium gab es dieses Mal aus Zeitgründen keine Auskunft.

Als Schlaraffenland bezeichnet ASKÖ-Obmann Reinhold Reither das Angebot in der Stadt: „Wir finden mit den Kapazitäten das Auslangen.“ Ein Problem seien nur die Ferien, dann ist Pause. „Da könnte man nachbessern“, meint Reither. Auch wenn viele sowieso auf die Bewegung in freier Natur ausweichen, gebe es Sportarten, für die man eine Halle benötigt.

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