Vorfreude aufs Öffnen mit Portion Skepsis. Lockdown endet in wenigen Tagen. Einige Wirte trauen dem Braten jedoch noch nicht und gehen in Testphase.

Von Alexander Kortan, Gerhard Weber, Inge Moser und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:30)
Junior-Chefin Barbara Bachinger freut sich bereits auf ihre Gäste in Böheimkirchen. Die erwartet ein erweiterter Außenbereich.
Alexander Kortan, Alexander Kortan

Seit gut einem halben Jahr haben die heimischen Gaststuben zu. In einer Woche ist nun auch der Lockdown für die Gastronomie vorbei. Dennoch gilt es weiterhin strenge Regeln einzuhalten. So sehr sich die Wirte auf ihre Gäste freuen, so skeptisch sehen sie die erste Phase der Wiedereröffnung.

„Die Lage ist noch zu unsicher“, bringt Franz Schwarzwallner vom gleichnamigen Gasthof in Michelbach sein gastronomisches Seelenleben auf den Punkt. Zwei Meter Abstand gelten auch weiterhin, das bedeutet, dass er maximal 20 Gäste in sein Gasthaus lassen darf. „Es wird auch eine Zeit dauern, bis die Gäste die Regeln verinnerlichen. Das ist für Wirt und Gast eine Herausforderung“, so Schwarzwallner.

„Die Lage ist noch zu unsicher“

Abwarten wollen Peter und Nicole Hruska vom Stanihof in Poppendorf: „Wir werden uns die Sache einmal zwei Wochen lang anschauen und dann entscheiden, wie es weitergeht.“ Sie wollen mit ganzem Herzen für die Gäste da sein, sie sind aber skeptisch, ob das mit den Regeln überhaupt möglich ist.

Viele Gastronomiebetriebe setzen auf ihre Gartenanlagen. Etwa Thomas De Icco von der Pizzeria in Markersdorf. Er hat nicht nur seine Außenanlage im Lockdown auf Vordermann gebracht, sondern auch „zwei Prunkstücke“ für seine Gäste eingekauft – eine Eisvitrine und einen neuen Pizza-Ofen.

Auf Hochglanz bringt auch Duško Lukić das Volkshaus in Wilhelmsburg. Schankraum, Speisezimmer und Wintergarten werden noch rechtzeitig fertig. Eine neue, moderne Speisekarte mit Fotos der Grillspezialitäten vom Balkan erwartet die Gäste ebenfalls. „Zuerst isst immer das Auge“, weiß der Gastronom, der Cevapcici-Bowl und gegrillte Baby-Calamari als seine Spezialitäten anpreist. Neu ist auch „Lukić’s Hausbier“, ein eisgekühltes Bio-Zwickl.

Wirte wollen Wünsche der Gäste erfüllen

Der Außenbereich ist auch beim Café Bachinger in Böheimkirchen ein Thema. Die Gemeinde erlaubt da eine kleine Verbreiterung in Richtung Raiffeisenbank. Der größte Wunsch von Barbara Bachinger: „Die Leute sollen mit einem Lächeln kommen. Wir wollen ihre Wünsche zu 100 Prozent erfüllen.“ Das will auch Anton Geppl. Beim Gasthaus in Fahrafeld will man ebenfalls den Gastgarten adaptieren und die Leute dort willkommen heißen. Aber auch das Gasthaus selbst wurde renoviert. Trotz all der Vorfreude herrscht auch bei Geppl Skepsis: „Die Feiern und Veranstaltungen gehen unserem Betrieb ab. Alles ist nur schwer planbar, weil wir nicht wissen, wie viel wir im Sommer machen können oder ob wir permanent auf Sparflamme bleiben müssen.“

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