Zeit zur Erinnerung an die Liebsten. Region St. Pölten: Anfang November wollen viele den Verstorbenen am Friedhof nahe sein. Es gibt auch Trend zu Alternativen zum Erdgrab.

Von Max Steiner und Lukas Kalteis. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:44)
Die Zeit um Allerseelen nutzen viele Menschen, um der Verstorbenen zugedenken.
Gleiss

Ihren verstorbenen Verwandten und Freunden im Gedenken besonders nah sein wollen viele Menschen an Allerseelen. Das ist bei einem Friedhofsbesuch in St. Pölten auch in Corona-Zeiten normal möglich, unter Einhaltung der Covid-Maßnahmen, erklärt der Leiter der Friedhofsverwaltung Erwin Ruthner. Plakate werden zu Allerseelen daran erinnern, den Abstand einzuhalten und wenn möglich Maske zu tragen.

Durch die Einschränkungen bei Begräbnissen und Verabschiedungen habe es aber viele Begräbnisse gegeben, bei denen die Verstorbenen vorerst im kleinen Kreis verabschiedet wurden und die Beisetzung verschoben wurde, bis die Besucherzahlen wieder gelockert wurden, berichtet Ruthner. „Das geschah natürlich nur bei Kremierungen und Urnenbeisetzungen.“ Am Hauptfriedhof und den Bezirksfriedhöfen werden zwischen 450 und 530 Bestattungen pro Jahr durchgeführt. Ein Trend zur Feuerbestattung ist in der Stadt derzeit klar zur erkennen. „Wir liegen bei rund 60 Prozent Feuerbestattungen, vor zwei Jahren waren es 47 Prozent“, so Ruthner. Urnengräber, Urnenstelen und die Wiese der Erinnerung als anonyme Bestattungsmöglichkeit werden als Alternativen zur klassischen Erdbestattung beliebter.

In einer Urne zwischen Bäumen finden Verstorbene etwa am Prinzersdorfer Friedhof ihre letzte Ruhe. Einen Trend zu Alternativen sieht Georg Winter, der mit der Gemeinde Pyhra seit einem Jahr die Möglichkeit zur Naturbestattung in einem Wald an der Stadtgrenze geschaffen hat. Dort können Hinterbliebene Namensschilder zur Erinnerung anbringen lassen.

Eine neue Möglichkeit zum Gedenken rund um Allerseelen bietet heuer zudem die Caritas mit der Telefonseelsorge und der städtischen Bestattung. Im TrauerRaum am Hauptfriedhof können Besucher bis 2. November täglich von 10 bis 18 Uhr an verschiedenen Stationen in Stille ihrer Trauer Ausdruck verleihen, sie haben aber auch die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit Trauerbegleitern.

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