Zentralraum: Planschen, wie es die Politik will. Die heimischen Bäder sind fürs Aufsperren jederzeit bereit, doch es fehlt noch an klaren Covid-19-Vorgaben der Regierung.

Von Gila Wohlmann, Christoph Hornstein, Thomas Peischl und Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. Mai 2020 (03:53)
Die Badearena Krems rüstet sich für die Eröffnung am 29. Mai. Günter Kammerer, Leiter der Sport- und Freizeitbetriebe der Stadt, ist bei den Vorbereitungsarbeiten.
Foto: Martin Kalchhauser

Viele können ihn kaum erwarten: den ersten Sprung ins kühle Nass in einem der Freibäder im Zentralraum. In den Badenanstalten ist man auf jeden Fall auf eine baldige Öffnung vorbereitet.

So auch im Citysplash in St. Pölten. Bereits seit April laufen im städtischen Sommerbad der Landeshauptstadt die jährlichen Revisions- und Vorbereitungsarbeiten. „Wir sind also in der Lage, jederzeit aufzusperren, und freuen uns über die Entscheidung der Bundesregierung, dass mit Ende Mai eine Öffnung erlaubt ist. Dies schafft sicherlich auch eine Entlastung für die erholungs- und abkühlungssuchende Bevölkerung an den Badeseen“, ist Bäderchef Martin Fuchs überzeugt. Was er bedauert, ist, dass in der Verlautbarung der Bundesregierung wichtige Detailfragen nicht beantwortet werden, so auch: Wie ist im Detail beim Eingangsbereich, in den Garderoben oder Duschen vorzugehen? „Wir warten schon gespannt auf die nötigen Bescheide und Erklärungen der Bundesregierung“, so Fuchs.

„Gemäß uns bekannten letzten Aussagen der AGES jedenfalls ist eine Übertragung im und übers Wasser sehr unwahrscheinlich.“ Martin Fuchs,Bäderchef St. Pölten

Ob und wie eine Infektion übertragen werden kann, dazu müssten die entsprechenden Experten befragt werden. „Gemäß uns bekannten letzten Aussagen der AGES jedenfalls ist eine Übertragung im und übers Wasser sehr unwahrscheinlich“, erklärt er: „Das Coronavirus habe eine empfindliche Hülle, die durch die gängigen Schwimmbad-Desinfektionsmittel angegriffen wird. Das Virus wird so zerstört, heißt es.“ Bereits jetzt galten und gelten damit auch weiterhin höchste Sorgfaltsmaßnahmen bezüglich der Hygiene und Desinfektion, betont Fuchs. „In Abstimmung mit den Kollegen aus Wien werden wir aber auch hier ein möglichst einheitliches Konzept erarbeiten. Dies betrifft natürlich die Vermeidung von Staus im Eingangsbereich, aber auch den Umgang mit dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen.“

Das Hainfelder Badbuffet wird schon am 15. Mai aufsperren, ohne Schankbetrieb und mit Abstand zwischen den Tischen. Im Bild: Bürgermeister Albert Pitterle, Bademeister Christian Fasching, Badbuffet-Betreiberin Chunxing Wand, Willibald Pitterle und Thomas Schweiger (von links).
privat

„Keine großen Probleme wegen der Corona-Vorgaben erwarten wir im Hainfelder Stadtbad“, sagt Bürgermeister Albert Pitterle. Dieses wird vermutlich am Freitag, 29. Mai, aufsperren. 20 Quadratmeter Fläche pro Person stehen zur Verfügung. Der Abstand beim Eingang wird kontrolliert. „Anfangs werden wir zusätzliches Personal zum Eingang stellen.“

Bereits seit 4. Mai laufen die Vorbereitungen auf die verzögerte Badesaison im Voralpenbad Hohenberg. Laut Bürgermeister Heinz Preus sei man gut vorbereitet. Als Herausforderung ortet er nur, „dass Kinder beim Schwimmen und Spielen den Abstand nicht einhalten werden“. Da seien aber die Erziehungsberechtigten gefragt.

Kein Problem erwartet man in Krems, wo die Badearena für ein Aufsperren am 29. Mai vorbereitet wird. „Wegen unserer großen Freifläche sind bis zu 1.000 Gäste kein Problem“, meint Stadtrat Albert Kisling. Für die Becken müsse es eine Aufsicht geben. „Wir hoffen auf die Vernunft der Menschen und werden über Durchsagen appellieren, dass Leute nicht zu lange im Becken bleiben, damit auch andere zum Zug kommen.“

Für die Sportler werde man zu gewissen Zeiten einzelne Bahnen reservieren. Nicht geöffnet werden vorerst Rutsche und Sprudelbecken.

Was das Hallenbad betrifft, wartet man in Krems noch auf genaue Vorgaben. „Innerhalb von zwei Wochen kann aber auch dort der Betrieb hochgefahren werden.

In Dürnstein, wo neben der Donau das Naturbad auf die Gäste wartet, wird ebenfalls am 29. Mai aufgesperrt. „Wir werden die Besucherzahl aber auf 300 beschränken müssen“, teilt Bürgermeister Johann Riesenhuber mit. „Wir warten noch auf genaue Anweisungen.“

Viele freuen sich schon auf den ersten Sprung ins kühle Nass im Tullner Aubad.
Aubad Tulln

Das Tullner Aubad soll mit 29. Mai wieder für den Badebetrieb geöffnet werden. Für Spaziergänge ist die beliebte Naturoase nach wie vor frei zugänglich. Als Trostpflaster wird auch der Vorverkauf vergünstigter Saisonkarten bis Ende Mai verlängert.

Das Badevergnügen im Strandbad Klosterneuburg bleibt vorerst noch aus. In der diesjährigen speziellen Situation rund um Covid-19 muss die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Zutritt bleibt daher bis auf Weiteres den Pächtern und Mietern von Pachtgrundstücken und Wohnkabinen vorbehalten.

„Nun müssen die weiteren Entwicklungen und Vorgaben der Bundesregierung abgewartet werden. Eine teilweise Öffnung, wie sie derzeit im Raum steht, wird nach heutigem Wissensstand aufgrund der Mischung aus Freibad und Kleingartensiedlung nicht möglich sein“, hört man aus dem dem Klosterneuburger Rathaus.