Parksheriffs sind für St. Pöltner Lup eine Option. Wachdienst könnte mit der Kontrolle im Stadtbus beauftragt werden.

Von Thomas Werth. Erstellt am 26. Juni 2019 (03:23)
Lisa Röhrer
LUP in St. Pölten

 „Ich wundere mich immer, wie viele Personen ohne Fahrschein einsteigen.“ „Entweder es zahlen alle oder wir lassen es bleiben.“„Ich bin seit Einführung des Lup nie kontrolliert worden.“ Der NÖN-Bericht über das Problem mit Schwarzfahrern im Lup hat für viele Reaktionen gesorgt – und die meisten Leser bestätigen die Aussagen von Busfahrern, die einen hohen Anteil an Passagiere ohne gültige Tickets beklagen.

 „Ich wundere mich immer, wie viele Personen ohne Fahrschein einsteigen.“

Während der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und die Betreiber der Stadtbus-Linien keine Häufung von Schwarzfahrern sehen, orten die Parteien Handlungsbedarf. „Die Problematik ist uns bekannt“, erklärt SP-Vizebürgermeister Franz Gunacker. Für ihn sei es wichtig, einen Mittelweg zwischen Kontrollen und Einhaltung des Fahrplans zu finden.

„Wir hatten extrem gute Lenker, die jeden kontrollierten – und keinen Fahrplan eingehalten haben“, erinnert er sich. Gunacker könnte sich daher vorstellen, dass künftig Parksheriffs in den Bussen kontrollieren. „Sollte die ,Grüne Zone‘ ausgeweitet werden, könnte man deren Aufgabengebiet in Rücksprache mit dem VOR zusätzlich erweitern. Darüber kann man diskutieren.“

„Zu einem funktionierenden Öffi-Verkehr gehört eine angemessene Kontrolle“

Eine stärkere Kontrolle fordern auch die Oppositionsparteien. „Zu einem funktionierenden Öffi-Verkehr gehört eine angemessene Kontrolle“, betont VP-Vizebürgermeister Matthias Adl, der von den „Verantwortlichen der Stadt erwartet, die Kontrolle zu hinterfragen“.

FP-Stadtrat Klaus Otzelberger sieht das ähnlich. „Wir haben schon 2011 auf das Problem des steigenden Schwarzfahrens hingewiesen.“ Für Otzelberger ist die Lösung einfach: „Es sollte Kontrollen und Strafen geben. Derzeit zahlen die ehrlichen Fahrgäste drauf.“

Für Markus Hippmann von den Grünen sind mehr Kontrollen ebenfalls der einzige Ausweg: „Ich appelliere immer an die Ehrlichkeit, aber wenn das nicht funktioniert, dann bleibt nicht viel anderes übrig.“

Die Mehreinnahmen hätten auch viele gerne als Unterstützung gesehen, um einem 200-Euro-Jahresticket näher zu kommen, denn vom Land wird es keine Unterstützung geben. Die SP möchte es aber nicht alleine durch die Stadt finanzieren. „Es ist und bleibt Tatsache, dass für die Tarifgestaltung die Stadt zuständig ist. Eine Tarifreduktion kann nur seitens der Stadt St. Pölten vorgenommen werden. Der VOR würde bei der Umsetzung helfen“, sieht VP-Stadtrat Markus Krempl-Spörk weiterhin die Stadt gefordert.