„Sind ein Bazillus, der Stadt zum Niesen bringt“

Erstellt am 28. November 2011 | 00:00
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Web-Artikel 2078
Foto: NOEN
PRÄSENTATION / Die Initiative „Kopfzerbrechen Rathausplatz“ ging erstmals mit Ideen an Öffentlichkeit. Feedback ist gemischt.

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VON STEFANIE PROCHASKA

ST. PÖLTEN / Am Anfang war die Kritik am Sommerfestival am Rathausplatz. Seitdem haben in den letzten Monaten die „Kopfzerbrecher“ Ideen gesammelt und eigene Ansätze entworfen. „Wir sind bloß St. Pöltner, denen die kulturelle Weiterentwicklung der Stadt sehr am Herzen liegt“, erklärt Moderator Paul Sieberer. Der Grundgedanke sei „Wir wünschen uns“ und nichts Negatives, kein Ärger über das Vorhandene. „Wir sind ein Bazillus, der die Stadt nun kräftig zum Niesen bringt“, schmunzelt Heribert Weidinger. Er stellt aber auch klar, dass dies nur einmal ein erstes Konzept sei. „Wir sind noch nicht einmal in der embryonalen Phase, wir sind gerade beim ersten Anlächeln.“

Mehr Kultur, Workshops  und Grätzelfeste am Plan

Die ganze Stadt soll eingebunden werden, von der Innenstadt bis hin zu Landessportschule und Regierungsviertel. Mit mehr Kultur, mehr Action und mehr Angebot. „Uns gefällt die Zentralisierung am Rathausplatz und die kulturelle Einfalt nicht“, sagt Marcus Hufnagl. „Weiters wäre unser Vorschlag, den Stadtsommer im August und September zu zele brieren, da es im Juli statistisch dokumentiert immer regnet.“ So soll es einen Skulpturenpark geben, Tanz- und Schauspielveranstaltungen, Workshops und einen Kindersommer. Bestehende Feste wie das Fest der Begegnung, Jazz im Park, das Schiele-Fest oder das Metal Weekend sollen eingebunden werden, den Höhepunkt und Abschluss soll das Höfefest bilden.

Kostendeckung durch  Sponsoren und Subventionen

„Einer groben Schätzung nach würde unser Vorschlag etwa 150.000 Euro kosten. Es kostet zwar viel, bringt der Stadt aber auch was. Ein gutes Angebot lockt auch die Leute“, meint Heribert Weidinger. Weiters sollte es neben dem wirtschaftlichen Management auch einen Intendanten geben, der sich rein um die Kultur kümmert.

Die Kosten möchte man über Sponsorengelder und Subventionen der öffentlichen Hand decken. „Es liegt nur bedingt in unserer Macht, ob es stattfindet. Denn wir werden es nicht veranstalten, dafür gibt es professionelle Veranstalter. Jetzt hat die Stadt etwa 40.000 Euro in die Hand genommen. Das ist zu wenig“, so Paul Sieberer. Man warte nun auf eine Reaktion des Büro V, welches das jetzige Sommerfestival veranstaltet.

„Zusammenwürfelung von  Dingen ist schwierig“

 

Matthias Weiländer von der Marketing St. Pölten GmbH sieht das Konzept kritisch. „Wahrscheinlich soll ich einer von denen sein, die das umsetzen. Ich glaube, dass es viele Dinge in dem Konzept gibt, die gut ankommen und gesetzt werden könnten. Aber die Zusammenwürfelung der verschiedensten Dinge ist schwierig“, ist sich Weiländer sicher. Auch bei der Lukrierung von Sponsorengeldern in der benötigten Höhe ortet er Schwierigkeiten.

Die Tür zu Peter Puchner und dem Büro V steht offen. „Es kann sich natürlich jeder mit Vorschlägen und Ideen bei uns melden, dafür gibt es immer ein offenes Ohr. Die Umsetzung funktioniert natürlich nur im Rahmen des beauftragten Konzepts sowie der vorhandenen Finanz- und Personalressourcen“, erklärt Puchner. Die übermittelten Unterlagen seien kein Konzept, Eckpfeiler wie Finanzen, Personalmanagement und vieles mehr würden fehlen. „Die Liste vermittelt in Anbetracht der Jahreszeit eher den Eindruck einer Wunschliste an das Christkind.“



„Das Konzept ist nur ein Vorschlag, wir stellen ein Angebot, das wir uns wünschen. Ich persönlich fühle mich in meinem Alter von der Kultur und den elitären Nischenveranstaltungen nicht angesprochen.“

Peter Negl, Kopfzerbrecher

„Das Sommerfestival ist etabliert und hat einen unglaublich großen Kreis an Freunden in der Stadt und vor allem auch im Umland. Die Anwürfe der Kopfzerbrecher sind nicht wirklich nachvollziehbar. Zum einen soll das massentaugliche Fest am Rathausplatz abgedreht werden - und zum anderen kritisiert man allzu elitäre Nischenveranstaltungen! Wo soll es hingehen? Da ist sich die Gruppe offenbar selbst nicht einig.“

Thomas Pulle, Kulturverwaltung

„Über Verbesserungen im Detail kann man immer reden, aber keiner der Beteiligten hat Interesse, das ,Kind mit dem Bade auszuschütten‘. Im Spektrum unterschiedlichster Veranstaltungen, die über uns abgewickelt werden, gibt es für viele Zielgruppen Veranstaltungen. Wer alles in einen Topf wirft und von „nicht wirklich ansprechenden Nischenveranstaltungen“ spricht, der hat - leider - überhaupt keine Ahnung vom Kulturleben in dieser Stadt und disqualifiziert sich als seriöser Gesprächspartner.“

Derselbe

„Das Konzept ist nur ein Vorschlag, wir stellen ein Angebot, das wir uns wünschen. Ich persönlich fühle mich in meinem Alter von der Kultur und den elitären Nischenveranstaltungen nicht angesprochen.“

Peter Negl, Kopfzerbrecher

„Das Sommerfestival ist etabliert und hat einen unglaublich großen Kreis an Freunden in der Stadt und vor allem auch im Umland. Die Anwürfe der Kopfzerbrecher sind nicht wirklich nachvollziehbar. Zum einen soll das massentaugliche Fest am Rathausplatz abgedreht werden - und zum anderen kritisiert man allzu elitäre Nischenveranstaltungen! Wo soll es hingehen? Da ist sich die Gruppe offenbar selbst nicht einig.“

Thomas Pulle, Kulturverwaltung

„Über Verbesserungen im Detail kann man immer reden, aber keiner der Beteiligten hat Interesse, das ,Kind mit dem Bade auszuschütten‘. Im Spektrum unterschiedlichster Veranstaltungen, die über uns abgewickelt werden, gibt es für viele Zielgruppen Veranstaltungen. Wer alles in einen Topf wirft und von „nicht wirklich ansprechenden Nischenveranstaltungen“ spricht, der hat - leider - überhaupt keine Ahnung vom Kulturleben in dieser Stadt und disqualifiziert sich als seriöser Gesprächspartner.“

Derselbe