Heiße Tage auf der S 33-Baustelle in St. Pölten. Einen Tag begleitete die NÖN die Verantwortlichen der Asfinag zur Arbeit auf und an der Schnellstraße.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 05. August 2020 (04:21)
Baustellen-Projektleiter-Stellvertreter Christian Büschl und BaustellenRegionalleiter Georg Singer (von links) begutachten die Brücken-Baustelle am Knoten St. Pölten.
Wohlmann

Donnerstagmittag, das Thermometer zeigt über 30 Grad Celsius. Auf der Baustelle am Knoten St. Pölten herrscht Hochbetrieb. Heißes Asphaltmischgut wird laufend in Lkws angeliefert und umgehend in den Asphaltfertiger gekippt. „Heute herrschen perfekte Bedingungen“, sagt Asfinag-Baustellen-Regionalleiter Georg Singer. Gerade wird auf der S 33 bei St. Pölten der Belag erneuert. Die rund 40 Jahre alte Fahrbahn ist trotz Teilsanierungen in die Jahre gekommen. „Wenn man genau hinsieht, merkt man die Unebenheiten.“

Das rund 160 Grad heiße Asphaltmischgut wird präzise auf der abgefrästen Fahrbahn aufgebracht, mit Lasertechnik wird überprüft. Strabag-Polier Udo Fina kontrolliert laufend mit einem Thermometer, ob das Material die richtige Temperatur beibehält. Die hochsommerlichen Temperaturen erleichtern das Asphaltieren. „Da hat der Fahrer auf der Walze ausreichend Zeit, den neuen Belag zu verdichten“, erläutert Singer. Je kühler es ist, desto zügiger muss gearbeitet werden. Kühlt das Asphaltmischgut zu sehr ab, wären Risse die Folge.

„Wir stellen keine Taferl aus Tollerei auf!“ Georg Singer, Asfinag Baustellen-Regionalleiter

Baustellen-Regionalleiter Singer und sein Kollege Christian Büschl, Projektleiter-Stellvertreter für das zweijährige Bauprojekt am Knoten St. Pölten, sind jeden Tag für die Asfinag auf der Baustelle. „Wir bereiten solche Baustellen vor, koordinieren diese und stimmen uns mit Behörden, Anrainern und anderen Stakeholdern ab, kümmern uns um die Abwicklung der Baumaßnahmen“, erklären sie. Eine externe Bauaufsicht kontrolliert alle Vorgänge, auch die Einhaltung der Corona-Auflagen. Diese machen aber, weiß Singer, kaum Probleme. Der Corona-Lockdown hatte Auswirkungen auf den Bauablauf. Singer: „Sämtliche Baustellen mussten ein bis zwei Wochen runtergefahren werden, um sie verkehrssicher zu verlassen.“ Mit den Lockerungen wurde der Betrieb fortgesetzt.

Arbeiten auf einer Baustelle an einer Hauptverkehrsroute ist rund um die Uhr eine Herausforderung, besonders zu den Hauptverkehrszeiten. „Auf der S 33 merkt man vor allem den Donnerstagnachmittag, wenn viele Arbeitskräfte aus den Nachbarländern wieder nach Hause reisen“, stellt Singer fest. Zu Spitzenzeiten wird es daher vermieden, die Fahrbahnführung im Baustellenbereich zu ändern. „Das würde das Unfallrisiko erhöhen“, betont er. Bislang sei man an dieser Baustelle von schweren Unfällen verschont geblieben. Kollisionen gab es in der Vergangenheit anderswo, es passierte auch, dass sich Lenker „verfuhren“ und in den Baustellenbereich gelangten. „In solchen Situationen ist es wichtig, dass der Lenker die Ruhe bewahrt und keinesfalls wendet. Wir leiten ihn, gegebenenfalls mit der Exekutive, sicher wieder ab“, betont Singer. Bei den Kennzeichnungen sei man stets bedacht, durch Schilder und Lauflichtsignale solche Situationen zu vermeiden.

Geduld beweisen nicht alle Verkehrsteilnehmer. „Es ist schon vorgekommen, dass eine Bananenschale absichtlich auf Bauarbeiter geworfen wurde“, erinnert sich Georg Singer. Solche Vorkommnisse seien aber Einzelfälle. Was der Asfinag-Experte ausrichtet: „Wir stellen keine Taferl aus Tollerei auf!“ Man dürfe nicht vergessen: „Auch wenn eine Baustelle zu Verkehrsverzögerungen führt, die Endgestaltung dient dem besseren Verkehrsfluss und trägt zur Verkehrssicherheit bei.“